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Zankapfel Auenland: Der holprige Weg der Hobbits ins Kino

Hobbits haben es gerne gemütlich und entspannt. Gut, dass die Halblinge aus dem Auenland nicht den Trubel um ihren eigenen Film mitbekommen. Dabei ist der Streit um den Drehort Neuseeland nur die bislang letzte Etappe eines jahrelangen Hin-und-hers.

Eigentlich geht es im "Hobbit" um ein gemütliches Völkchen. Die kleinwüchsigen haarigen Wesen bevölkern Mittelerde - das Land, das der britische Autor J.R.R. Tolkien später zum Schauplatz für seine "Herr der Ringe"-Trilogie machte. Doch die Verfilmung erinnert eher an eine endlose Problemsaga. Gekämpft wird an vielen Fronten.

Seit Jahren ist der Streifen des neuseeländischen Starregisseurs Peter Jackson in der Planung. Mit einem Riesenbudget sollen die zwei Hobbit-Filme in 3D dem Erfolg der "Herr der Ringe"-Trilogie gleichkommen. Die jetzige Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften und der Krach darüber, ob der Film in Jacksons Heimat gedreht wird oder nicht, war nur die letzte Etappe im Kampf ums Auenland.

Erst diesen Oktober gab das kriselnde Filmstudio MGM nach monatelanger Unsicherheit grünes Licht für die Dreharbeiten, die nun im Februar starten sollen. MGM ächzt unter einer Milliarden- Schuldenlast, weshalb das Filmprojekt immer wieder aufgeschoben wurde. Zudem zerstörte ein Brand eine Halle, in der Teile des Films gedreht werden sollten.

Die Dauerverzögerungen nervten den eigentlich vorgesehenen Regisseur Guillermo del Toro - der schon mit "Pan's Labyrinth" ein Händchen für Fantasiestoffe bewies - so sehr, dass er im Mai das Handtuch schmiss. Darauf übernahm Produzent Jackson auch die Regie, wie schon bei "Herr der Ringe".

Vor diesem Hin und Her pflasterte ein Rechtsstreit mit den Tolkien-Erben den Weg zurück nach Mittelerde. Diese wollten Schadenersatz von den Filmstudios, weil sie ihrer Ansicht nach nicht genug Geld vom Erfolg der "Herr der Ringe"-Trilogie abbekamen. Dieser Rechtsstreit verhinderte auch die Arbeit am Hobbit. Im Herbst 2009 einigten sich die Erben mit den Filmemachern auf einen Schadenersatz. Wie hoch? Unbekannt. Die Filmarbeiten sollen nach Medienangaben zumindest rund 430 Millionen Euro kosten.

Nachdem jetzt sogar der neuseeländische Premierminister John Key die "Causa Hobbit" zur Chefsache gemacht hat und die Filmstudios mit allerlei Leckerli im Land hält, können die Fans hoffen: Haupthobbit Bilbo Beutlin, gespielt von Martin Freeman, darf sich nun vielleicht wirklich auf die Suche nach einem gestohlenen Schatz machen.

DPA / DPA