HOME

Stern Logo Hörbücher

Hörbuch-Tipp

Michael Tsokos: "Die Zeichen des Todes": Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner über mörderische Politiker und andere Fälle

Wann bekommen Krimis noch mal einen extra Gänsehaut-Faktor? Wenn sie wirklich passiert sind. Forensiker Michael Tsokos präsentiert eine Sammlung echter Fälle aus der Rechtsmedizin.

Michael Tsokos

Rechtsmediziner Michael Tsokos im Rechtsmedizinischen Institut der Charité in Berlin

Picture Alliance

Worum geht es?

Michael Tsokos gilt als bekanntester Rechtsmediziner Deutschlands. In der Vergangenheit hat er bereits einige Bücher mit ausgewählten Fällen aus seiner Laufbahn veröffentlicht. Auch sein neuestes Werk "Die Zeichen des Todes" enthält eine Sammlung von Verbrechen, mit denen es Tsokos zu tun hatte. Zum Beispiel der Fall des einst schillernden Piraten-Politikers und späteren Mörders Gerwald Claus-Brunner, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Oder die mysteriöse Geschichte des "Waldjungen Ray" und den Fall eines Zahnarztes, dem vermeintlich der Finger gestohlen wurde sowie den grausamen Tod eines Sechsjährigen, den zwei Kampfhunde zerrissen. Ein Dutzend Fälle hat der Rechtsmediziner in seinem Buch "Die Zeichen des Todes" zusammengetragen. Nichts für schwache Nerven.

Wer spricht?

Das Hörbuch wird von Erich Wittenberg gelesen. 

Tsokos Cover

"Die Zeichen des Todes" kann ist als Hörbuch zum Download bei bei Audible erhältlich.

Der erfahrene Rundfunk- und TV-Sprecher trägt die Fälle mit unaufgeregter Stimme vor und erzeugt so eine ruhige Atmosphäre, die einen angenehmen Kontrast zum mitunter blutrünstigen Inhalt des Vorgetragenen bildet. Lediglich, dass er manchmal die Stimmlage wechselt, wenn er wörtliche Zitate der Protagonisten wiedergibt, stört den Hörfluss von Zeit zu Zeit.

Warum lohnt sich "Die Zeichen des Todes"?

Tsokos ist nicht nur Mediziner, sondern auch ein talentierter Erzähler. Er dokumentiert die ausgewählten Fälle nicht einfach nur, sondern schildert sie dem Publikum auf eine Art, die emotionalisierend und lehrreich zugleich ist. So schafft er es, die Spannung der Fälle hochzuhalten ohne reißerisch zu werden. Er genügt aber auch seinem eigenen wissenschaftlichen Anspruch, ohne dass die Geschichten langatmig wirken.

Was stört?

Die Kapitelstruktur. Das Hörbuch enthält zwölf Fälle, hat aber 18 Kapitel. Das führt dazu, dass viele der Geschichten mitten im Kapitel aufhören oder beginnen. Dem Hörer wird es dadurch unnötig schwer gemacht, sich im Hörbuch zurechtzufinden, wenn er keine Lesezeichen gesetzt hat.

Für wen eignet sich das Hörbuch?

Ganz klar: Fans von Krimis und Thrillern. Die Bücher von Sebastian Fitzek, Harlan Coben, Simon Beckett oder Jo Nesbø - um nur eine Auswahl zu nennen - verkaufen sich derzeit fast wie von selbst. Die Autoren schreiben Geschichten, die beim Publikum für einen wohligen Schauer bei der Lektüre sorgen. Tsokos True-Crime-Geschichten setzen da noch einmal einen drauf. Sie zeigen, dass das echte Leben in Sachen Grausamkeit keinen Deut hinter der Phantasie eines Schriftstellers zurücksteht. Im Gegenteil: Viele der geschilderten Fälle wirken geradezu unglaublich und eröffnen den Blick in menschliche Abgründe.