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Hörbuch-Kritik

John Katzenbach: "Der Reporter": Ein subtiler Klassiker - und einer zum Gruseln

Er ist ein Thriller-Genie: Der amerikanische Autor John Katzenbach schrieb "Der Reporter" bereits vor 35 Jahren. Erst jetzt ist das Werk als deutsches Hörbuch erschienen. Lohnt es sich?


Der Reporter

"Der Reporter" ist ab sofort als Hörbuch erhältlich

Er ist der Sohn einer Psychoanalistin und des früheren US-Justizministers Nicholas Katzenbach: Der amerikanische Autor John Katzenbach arbeitet jahrelang als Gerichtsreporter für den "Miami Herald" und die "Miami News". Dort hat er genug Stoff gesammelt, um das Erlebte in packende Thriller zu verwandeln. In jene Zeit versetzt er uns auch in "Der Reporter".

Darum geht es in "Der Reporter"

Malcom Anderson ist Polizeireporter in Miami. Als eine junge Frau ermordet wird, scheint das zunächst ein Kriminalfall wie viele andere zu sein. Doch dann ruft der Mörder ihn an. Immer weitere Frauen sterben, immer bekommt Anderson einen Anruf. Von Ehrgeiz und Erfolg besessen, glaubt er zunächst an seinen großen Durchbruch als Journalist. Doch dann bemerkt Anderson, dass er zum Instrument des Killers geworden ist. Der Horror beginnt.

Wer spricht?

Uve Teschner ist einer der bekanntesten und versiertesten Hörbuch-Sprecher Deutschlands. Doch seine sonore Stimme vermag den Zuhörer nicht so recht ins Miami der 70er Jahre zu entführen. Das klingt zu glatt, zu gerade für einen Gerichtsreporter, der es dreckig mag.

Warum lohnt sich das Hörbuch?

Von seinem Grusel hat der Stoff bis heute nichts verloren. Katzenbach versteht sein Handwerk und ist ein Meister des Genres. Wie der Roman fesselt auch das Hörbuch die Zuhörer. Ein Klassiker und ein Muss für alle Thriller-Fans.

Das nervt

Kein Handy, kein Internet: Die Ermittlungsmethoden der Polizei Ender der 70er Jahre sind begrenzt. Dass die Romanvorlage bereits 35 Jahre alt ist, merkt man auch dem Hörbuch an. Wen das stört, der sollte zu neuerem Stoff greifen.

Die beste Stelle

Als Anderson bemerkt, dass er vom Killer nur benutzt und selbst zu dessen Zielscheibe wird. "Sie sind mein ... sagen wir, mein Pressesprecher. Meine Worte, ihre Artikel. Die Lokalzeitung." 

Für wen lohnt sich das Hörbuch?

Für Katzenbach-Fans sowieso. Außerdem für alle, die einen subtilen Thriller-Klassiker zu schätzen wissen.

mai
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