Tag 15 und dann das: Plötzlich ist Gil Ofarim doch noch in Plauderlaune. Dabei hatte er zuvor immer nur eins gesagt: Dass er leider nichts sagen dürfe über den Skandal, der ihn seine Karriere gekostet hatte. Verschwiegenheitserklärung.
Seine erbittertste und hartnäckigste Kritikerin Ariel fasste die Mundfaulheit ihres Mitcampers gewohnt pointiert zusammen: "Gil macht hier auf Schweigefuchs", mokierte sich die 22-Jährige bereits vor einigen Tagen. Das Camp-Küken nutzte so oder so jede Gelegenheit, den gefallenen Sänger daran zu erinnern, warum er ihrer Meinung nach überhaupt im Camp sitzen darf: Um sich öffentlich zu entschuldigen bei dem Hotelmitarbeiter, dem er Antisemitismus vorgeworfen hatte und später erklärte, er habe das erfunden.
Gil Ofarim spricht über vermeintliches Fake-Video
Was die Zuschauer und Simone Ballack am Freitag von Ofarim zu hören bekamen, klang nach einer erneuten Kehrtwende: Nun behauptete Ofarim, das Überwachungsvideo aus der besagten Nacht im Leipziger Hotel – eines der wichtigsten Beweismittel im Verleumdungsprozess gegen ihn – sei manipuliert worden. Mehrere Sekunden hätten darauf gefehlt. "Das Band ist nicht das Originalband", raunte er und zwar nachgewiesenermaßen. Außerdem sei das Video eher bei der "Bild"-Zeitung auf dem Schreibtisch gelandet als bei der Kriminalpolizei. "Die schreiben, was sie wollen!" beklagte er sich. Und falls das noch nicht reichen sollte: "Es gab einen Zeugen, der in der Schlange stand, den ich nicht kenne, der mehrfach ausgesagt hat, er hat den Davidstern gesehen."
Saperlott! Dass Ofarim in dem Prozess erklärt hatte, den Antisemitismusvorwurf erfunden zu haben, spielte bei seinen Ausführungen seltsamerweise keine Rolle. Dass er sein Instagram-Video einst im stern als "den größten Fehler meines Lebens" bezeichnet hatte, schien ihm in dem Moment am Lagerfeuer ebenfalls entfallen zu sein. Dass er keineswegs "freigesprochen" wurde, wie er im Gespräch mit Simone Ballack behauptete, hatte er auch gerade nicht parat. Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt, nachdem er einer Geldbuße von 10.000 Euro zugestimmt hatte.
Simone Ballack hörte sich Ofarims Ausführungen ruhig an. Später erklärte sie trocken, sie nehme dem 43-Jährigen seine "Heldenreise vom Buhmann der Nation zum gefeierten Helden" nicht ab: "Gil wirkt auf mich nicht so, als würde ihm irgendetwas Leid tun", sagte sie über dessen Unschuldsbeteuerungen, "alle anderen sind schuld. Das kann ich mir nicht vorstellen."
Ariel nach Dschungelcamp als Kandidatin bei "Bauer sucht Frau"?
Wie bekommt man jetzt elegant die Kurve zu Ariel? Vielleicht geht es ja auch unelegant. Die 22-Jährige gestand Samira am Waschzuber kichernd, dass sie sich genau dort am Morgen rasiert hatte, an den Beinen und auch untenrum. Was die Schweizerin genau mit "auch meine Intimhaare" meinte, sorgte bei Samira sekundenlang für Rätsel: "Intimhaare? Du meinst Schamhaare?", fragte sie ungläubig nach. Ariels Antwort ging in einem Lachflash unter.
Unerwartet dann auch der fröhliche Talk des Camp-Kükens mit Landwirt Patrick Romer. Den hatte die angriffslustige Ariel tags zuvor noch mit einem "Du bist unsympathisch, unsympathisch und unsympathisch" mal eben hoch drei gedisst. Nun aber wollte sie ein interessantes Gerücht überprüfen: "Ich habe gehört, dass Bauern sehr viel Geld haben, stimmt das?", fragte sie. Patrick gab, wie schon so oft, den generösen Mansplainer, dieses Mal ja aber auf explizite Nachfrage. Ja, es stimme. Traktoren kosten tatsächlich mehr als ein Appel und ein Ei. EU-Subventionen sei Dank! Aber die alte Bauernweisheit stimme immer noch: "Schönheit vergeht, Hektar besteht."
Ariel schien nach diesen Ausführungen gar nicht mal so abgeneigt, sich künftig nicht nur an thailändischen Stränden vor Kameras zu sonnen, sondern auf einer abgelegenen Alm Ausschau nach einem Lebensabschnittsgefährten zu halten. Nur nach Gülle müffeln dürfe er nicht, machte die 22-jährige Single-Frau klar, welche Mindestanforderungen sie an einen "sexy Mann mit Mistgabel" habe. Patrick war da schon weiter: "Ich würde der Ariel mal den Jungbauern-Kalender empfehlen, da sind immer gutaussehende Typen dabei", sagte der ehemalige "Bauer sucht Frau"-Kandidat. Und wenn sie nicht fündig wird, kann sicher Inka Bause weiterhelfen.
Dann trudelten traditionell im Viertelfinale auch noch die "Briefe von zuhause" ein. "Hubsi" war direkt wieder voll in seinem nassen Element und heulte hemmungslos, Männe Matthias hatte den Brief sogar parfümiert. Leider war dieses Jahr niemand dabei, der einen Brief von seinem Hund, dem Schwippschwager dritten Grades oder dem Hausmeister des Kegelvereins bekam, alles engste Friends&Family-Kontakte, es wurde entsprechend rührselig.
Am Ende musste überraschend Ariel gehen. War es die "Intimhaar-Rasur" im Waschzuber? War es die unerwartet friedliche Seite, die sie an Tag 15 zeigte?
Die Schweizerin schien kalt erwischt, es rollten ein paar Tränen. Ohne sie wird es sehr ruhig werden im Camp. "Warum bin ich noch hier?", hatte zuvor Gil Ofarim ungläubig gefragt und sich gleich selbst die passende Antwort gegeben: "Ohne Worte."
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