VG-Wort Pixel

Tod von Fips Asmussen Die Knalltüte – ein Nachruf auf den Gottvater des Kalauers

Sehen Sie im Video: Kollegen und Fans trauern um Flachwitz-König Fips Asmussen.




Der Komiker Fips Asmussen ist tot. Der gebürtige Hamburger gehörte seit den 70er Jahren zu den bekanntesten Alleinunterhaltern Deutschlands. Er sei bereits am Sonntag gestorben, sagte seine Lebensgefährtin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.
Asmussen wurde 82 Jahre alt. Seine Witze füllten Bühnenabende, Bücher, Musik-Kassetten, Schallplatten und CDs. Allein 7,5 Millionen Tonträger wurden verkauft. Seine Gags kamen oft rasch zur Pointe, etwa dieser: "Ich hab' heute Morgen in den Spiegel geschaut und gesagt: "Ich kenn' dich nicht, aber ich rasier' dich trotzdem."" Weil die Sprüche so griffig waren, gingen sie oft in den Volksmund über. Auf Twitter bringen Fans und Komiker-Kollegen ihre Trauer zum Ausdruck - oft mit Asmussen "besten" Witzen. Dabei zeigt sich, dass sein Humor bei Kindern besonders gut ankam.
Mehr
Fips Asmussen hat über alles und jeden Witze gemacht, schon deswegen gehen viele seiner Kalauer heute nicht mehr. Er war der Mann, der die Jokes im Maschinengewehrtempo raushaute und dabei mühelos jede Niveaustufe unterbot.

30 Witze pro Minute konnte er abfeuern. Er hatte Tausende im Programm. Meist keine guten, aber wie er sie erzählte, das war das Geheimnis. Asmussen sah aus wie ein etwas zu klein geratener Fernfahrer – mit Kugelbauch, Minipli und Schiebermütze. Und genau so kam er auch rüber. Wie einer, der auf der Tankstelle mal eben beim Warten auf die Autowäsche mit einem Bier in der Hand ein paar Jokes raushaut. Einfach so. Fips Asmussen war die Fleisch gewordene Knalltüte. Das Kalauer-Maschinengewehr. Der Mann, der mühelos jede Niveaustufe unterbot.

Viele seiner Witze gehen heute nach der MeToo-Debatte absolut nicht mehr. Aber man muss ihm zumindest zugutehalten, dass er über beinahe alles und jeden Witze machte, kein Klischee ausließ und sich auch selber nicht schonte. "Meine Eltern", sagte er mal, "hängten mir links und rechts jeweils ein Schnitzel an das Ohr, damit wenigstens die Hunde mit mir spielen". 

Fips Asmussen, der Blödelbarde

Asmussen, der über 40 Jahre auf der Bühne stand, fing mit anspruchsvollem Kabarett in seiner Hamburger Kneipe "Violette Zwiebel" an, merkte aber schnell, dass die Leute am meisten über schnell rausgehauene Kalauer lachten. So perfektionierte er die Pointen- Überwältigung. Asmussen lieferte seine Kalauer so schnell, dass man gar nicht mitkam. Egal. Nächster Gag. Er war der Meister der Mehrfachverwertung, wissend, dass die meisten Zuhörer sich ohnehin keine Witze merken und schon gar keine gut erzählen können. Bei Fips gab es betreutes Lachen, und viele Leute liebten ihn dafür.

7,5 Millionen Tonträger hat er verkauft und ist auch als Blödelbarde aufgetreten. Aus Jürgen Drews Hit "Ein Bett im Kornfeld" machte er "Ein Korn im Feldbett". 

Jetzt ist er mit 82 Jahren gestorben, und kann nun im Himmel seine Witze erzählen, wenn der liebe Gott ihn nicht weiter nach unten durchreicht. Wie zum Beispiel diesen hier: "Du, ich hab neulich bei dem DJ angerufen, den du mir empfohlen hast. Und was hat er gesagt? Nichts, hat aufgelegt …"


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker