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Skandal um Erdogan-Schmähgedicht Böhmermann meldet sich mit Interview zurück - und attackiert Merkel

Jan Böhmermann lächelt. Er meldete sich mit einem Interview in der "Zeit" zurück
Jan Böhmermann gab der "Zeit" ein Interview und kritisiert darin Kanzlerin Merkel scharf.
© Ben Knabe/DPA
Jan Böhmermann wagt sich aus seiner selbstauferlegten Abschottung. In der "Zeit" spricht er über die Reaktionen auf sein Schmähgedicht gegen den türkischen Präsidenten Erdogan.

Moderator und Comedian Jan Böhmermann wagt sich nach seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit langsam wieder aus der Deckung. In einem Interview mit der Wochenzeitschrift "Die Zeit" kommentierte er zum ersten Mal die Reaktionen auf sein Schmähgedicht gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Wie die "Zeit" in einer Vorabmeldung berichtet, richtet er dabei scharfe Kritik gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Böhmermann wird mit dern Worten zitiert: "Die Bundeskanzlerin darf nicht wackeln, wenn es um die Meinungsfreiheit geht. Doch stattdessen hat sie mich filetiert, einem nervenkranken Despoten zum Tee serviert und einen deutschen Ai Weiwei aus mir gemacht."

Das exklusive Interview erscheint in der neuen Ausgabe der "Zeit" am Mittwoch. Wie die Zeitung ankündigt, spricht er darin über sein Leben in der selbstauferlegten Abschottung, seine Rolle als Auslöser einer Staatskrise und über den Prozess, der nun auf ihn zukommt.

Hunderte Anzeigen gegen Jan Böhmermann

Erdogan geht rechtlich gegen den Satiriker Böhmermann vor, der ein Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten verfasst hatte. Böhmerman habe darin mehrere Formulierungen unter der Gürtellinie verwendet, so der Vorwurf.

Nach eigenen Angaben wollte Böhmermann mit dem Gedicht bloß den Unterschied zwischen erlaubter Satire und verbotener Schmähkritik deutlich machen. Die Bundesregierung gab dem Wunsch der Türkei nach Strafverfolgung statt. Merkel bezeichnete das Gedicht als "bewusst verletzend".

Aber nicht nur Erdogan klagt gegen Böhmermann. Inzwischen sind hunderte private Strafanzeigen gegen den Satiriker oder gegen Verantwortliche des ZDF bei der Staatsanwaltschaft Mainz eingegangen.

Nach dem Wirbel, den sein Schmähgedicht ausgelöst hatte, zog sich Böhmermann aus der Öffentlichkeit zurück. Er sagte seine Sendungen ab und machte sich auch online rar, was man von ihm nicht gewohnt war. Am 12. Mai will er aber mit seiner Sendung "Neo Magazin Royale" auf die Bildschirme zurückkehren. 
 

ivi

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