VG-Wort Pixel

VR-Erlebnis "Bewohner zu Tränen gerührt": Organisation baut Aleppo mit Hilfe von Instagram-Bildern nach





Eine Zeitreise in Bildern. Das neueste Projekt der Organisation Arthelps bietet einen Blick in die syrische Stadt Aleppo, noch vor dem Bürgerkrieg.


Thomas Lupo, Gründer von Arthelps: "Arthelps ist wie eine Brücke zwischen unserer Gesellschaft hier und die Orte dort in diesen Kriegsgebieten."
Rico Noel, Creative Director bei Jung von Matt: "Es bringt nicht nur so viel zu sagen, dass wir die Unesco jetzt wieder millimetergenau rekonstruieren, sondern das rekonstruieren, was diese Brücke schlagen kann, um die Leute zu erreichen und die Emotionen und das Gefühl zu vermitteln."


Zusammen mit der Agentur Jung von Matt und Entwicklern der Berliner Firma Exozet schafft Art selbst eine rührende Rekonstruktion der uralten Stadt in einem 360 grad Video und virtueller Realität. Instagram dient als umfangreiches Archiv der Orte und zeigt Perspektiven, die professionellen Fotografen normalerweise nicht aufzeichnen würden.


Noel: "So machen Leute auch einfach mal ein Selfie vor einer offenen Tür vor dem Eingangstor in der Zitadelle, und man sieht oben ein Stück von der Decke, das auf einem anderen Foto gar nicht da war. Die Person, die wir wieder integriert haben, und die Stimmung, die Emotionen und die Gedanken, die wir dann eingefügt haben. Zusammengefasst ist Ergibt das einen Einblick in ein durchschnittliches kollektives Gedächtnis aus dieser Zeit.


Tausende Aufnahmen bilden jeden Bereich der Stadt ab.


Lupo: "Und das finde ich persönlich so spannend an der Geschichte, dass wir doch diese ganzen Daten, die zugreifen und daraus etwas schaffen und was sichtbar machen, was Menschen total nahe geht, was Menschen berührt. Und wir haben bis jetzt auch in einem Flüchtlingscamp zum Beispiel gezeigt mit einer VR-Brille waren zu Tränen gerührt. Diese Leute, die selber aus Aleppo sind, waren sehr berührt. Und das ist es, was Kunst leistet. Es ist mehr als nur ein Bild. Es ist einfach etwas, ein Gefühl, was ausgelöst wird, und dass das Leben an diesen Projekten."


Finanziert wird das Projekt durch Spenden und den Verkauf von Produkten. Mit den Aleppo-Aufnahmen will die Künstler Organisation Gelder für Waisenhäuser in Syrien sammeln.


Lupo: "Wir suchen eigentlich immer Wege, Möglichkeiten, wie wir mit Kreativität, mit Kunst in der Welt etwas bewegen können, einmal auch Aufmerksamkeit schaffen, aber wiederum auch auf der anderen Seite ganz praktisch helfen. So wie wir das auch hier in Stuttgart oder mit den Menschen in Deutschland machen, mit den kreativen Workshops, wo wir direkt mit den beteiligten Menschen zusammenarbeiten. So wollen wir das auch in diesen Ländern machen. Mir ist immer ganz wichtig, dass es nicht nur eine bestimmte Zielgruppe erreicht, die Reichen oder die sich sowas anschauen können, sondern dass sie tatsächlich auch dorthin gehen, wo die Leute niemals Zugang zu Kunst. Kunst darf nicht irgendwas für reiche Menschen sein, sondern es muss zugänglich für jeden sein. Und deswegen liebe ich es auch einfach, da in ein Flüchtlingsheim zu gehen und sagen Hey Leute, wer kommt hier aus Aleppo? Darf ich euch was zeigen? Da bin ich wieder ganz nah bei den Menschen, das liebe ich einfach."
Mehr
Zusammen mit der Agentur Jung von Matt und Entwicklern von Exozet schafft die Organisation Arthelps eine rührende Rekonstruktion der syrischen Stadt vor dem Bürgerkrieg. In einem 360-Grad Video treffen Zuschauer auf tausende kleine Erinnerungen aus der Vergangenheit.

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker