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Holbein-Madonna verkauft: Der "Schraubenkönig" und die Gottesmutter

Wenn sich Reinhold Würth in ein Kunstwerk verguckt, bleibt der öffentlichen Hand nur das Nachsehen. Mit Millionen sicherte sich der "Schraubenkönig" die berühmte Holbein-Madonna. Dramatisch ist das nicht: Es ist nicht Würths Art, Kunst im Safe verschwinden zu lassen.

Ein Kunstwerk des deutschen Expressionisten Emil Nolde soll es gewesen sein, das "Schraubenkönig" Reinhold Würth einst zum Kunstsammler machte. 1964 erwarb der heute 76-Jährige das Aquarell "Wolkenspiegelung in der Marsch". Heute trägt es die Inventarnummer 3 einer auf rund 14 000 Kunstwerke angewachsenen Sammlung. 14 Kunstmuseen und kleinere Galerien an seinen Unternehmensstandorten europaweit bestückt der Self-Made-Milliardär damit. Mit der Holbein-Madonna kommt jetzt eines der bedeutendsten deutschen Renaissance-Kunstwerke hinzu, das Würth dem Frankfurter Städel Museum wegschnappte.

Kunst und Wirtschaft sollen sich gegenseitig inspirieren, Begegnungen und Gedankenaustausch in seinem Unternehmen fördern, lautet Würths Credo. Eine Idee, die ihm mehrere Unternehmer inzwischen nachgemacht haben. "Wenn ich heute mein Unternehmen betrachte, dann kann ihm die Kunst zumindest nicht geschadet haben", ließ sich Würth am Donnerstag von einer Sprecherin zitieren. Zur Madonna selbst äußerte er sich bisher nicht.

Mehr als 8,5 Milliarden Euro setzte seine Firma zuletzt im Jahr um. Schrauben stehen da längst nicht mehr im Mittelpunkt, als "Spezialist für Befestigungs- und Montagematerial" wird das Unternehmen meist bezeichnet. Mit der Kunst pflegt Würth seinen "Bürgersinn", für den er auch nicht selten gelobt wurde. Umso gekränkter war der Milliardär folglich auch über eine Steueraffäre, die ihn vor einigen Jahren ereilte. 2008 wurde er wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verurteilt, ist seitdem vorbestraft - was er nach wie vor als absolute Ungerechtigkeit empfindet. Wo er doch soviel für die Allgemeinheit tut. Als Konsequenz hat er seinen Wohnsitz mittlerweile nach Österreich verlegt. "Die Wunden sind verheilt, aber die Narben sind geblieben", sagte er damals.

Sucht man nach dem klassischen Selfmade-Unternehmer der Nachkriegszeit, kommt man schnell auf Reinhold Würth, der es bis in die Hitliste der reichsten Deutschen schaffte. Und das, wo er selbst mit dem Heimwerken wenig am Hut hat. "Ich habe zwei linke Hände", gestand er mal. Ein Händchen hat er aber offenbar für die Kunst. Seine Sammlung findet immer mehr Beachtung. Der Schwerpunkt liegt auf Skulpturen, Malerei und Grafiken vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. So hat er die größte Sammlung in Deutschland mit Werken von Christo aufgebaut.

Als bedeutend gilt auch Würths Besitz an österreichischer Kunst etwa von Alfred Hrdlicka. Die Liste der Künstler liest sich gut: Viel Anselm Kiefer ist darunter, Werkblöcke von Georg Baselitz oder Max Bill, aber auch Werke von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch oder Pablo Picasso. Immer mehr Bedeutung finden die Bereiche Plastik und Skulptur - Bildhauer wie Eduardo Chillida, Tony Cragg, Anish Kapoor oder Henry Moore sind vertreten.

Wann, wie und wo die Holbein-Madonna präsentiert werden soll, ist bislang nicht entschieden, teilte eine Sprecherin am Donnerstag mit. Doch das Museum Johanniterhalle in Schwäbisch Hall würde schon passen. In dem umfunktionierten Kirchengebäude aus dem 12. Jahrhundert präsentiert Würth seine "Alten Meister". Kernbestand dort ist der Fürstlich Fürstenbergische Bilderschatz Donaueschingen, den Würth 2003 - mit besonderer Billigung der Landesregierung - kaufte. Die Kollektion widmet sich der Kunst des Südwestens vom ausgehenden Mittelalter bis zur beginnenden Neuzeit. Auf jeden Fall werde die Holbein-Madonna für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Roland Böhm, DPA / DPA
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