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Kinski-Ausstellung: Der Mann mit dem irren Blick

Das Deutsche Theatermuseum in München zeigt unter dem Motto "Ich bin so wie ich bin" über 500 Exponate zum Leben und Werk des großen Klaus Kinski.

Klaus Kinski wurde verdammt und vergöttert, verursachte Mega-Skandale durch Konzertabbrüche, Schlägereien, Unfälle, Selbstmordversuche und unzählige Frauengeschichten. Ihm gelang es, sich als polarisierendes Medienereignis, fast als eine Art Popstar zu kreieren. Dabei half ihm nicht nur sein schauspielerisches Genie, sein Charisma, seine einzigartige Bühnen- und Filmpräsenz, sondern auch die grandiose und vielleicht nicht immer schmerzfreie Vermischung von Kunst und einem ausschweifend skandalträchtigen Lebenswandel.

Seine Faszination und sein Talent lenkten die Aufmerksamkeit vieler großer Regisseure seiner Zeit auf ihn. Er arbeitete im Theater mit Jürgen Fehling und Fritz Kortner und in über 130 Filmen mit Sergio Leone, Billy Wilder oder Werner Herzog.

Höhepunkt, aber auch Schlusspunkt seines Lebens bildete sein Film Kinski Paganini, an dem er fast 30 Jahre arbeitete. Idee, Drehbuch, Regie und Hauptdarsteller: Klaus Kinski. Wenige Monate nach Fertigstellung des Films starb Klaus Kinski am 23. November 1991 in Lagunitas, Kalifornien, einsam im Schlaf an einer Herzattacke.

Unveröffentlichtes Material

Besonderes Augenmerk richtet die Ausstellung »Ich bin so wie ich bin« auf Kinski als Schauspieler, Rezitator und Deklamator, ohne seine zahlreichen Arbeiten für Rundfunk, Fernsehen und den Film zu vernachlässigen. Neben öffentlichen Institutionen und privaten Sammlungen waren auch einige Angehörige Klaus Kinskis bereit, die Ausstellung durch Leihgaben zu bereichern. Zu sehen sind unter anderem bisher unveröffentlichte Fotografien, Briefe, Dokumente und Plakate.

Zeitgleich zu der von Peter Reichelt und Ina Brockmann konzipierten Ausstellung erscheint ein Bildband (dtv, 49 Mark).