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Münchner Koalitionskrach: Theater um Gärtnerplatz-Intendanz

Eine Personalie in der Münchner Kulturszene sorgt für Ärger in der schwarz-gelben bayerischen Staatsregierung. Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) kritisierte Kunst- und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) scharf für dessen Entscheidung, den Vertrag mit dem Intendanten des Gärtnerplatztheaters, Ulrich Peters, nicht zu verlängern.

Eine Personalie in der Münchner Kulturszene sorgt für Ärger in der schwarz-gelben bayerischen Staatsregierung. Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) kritisierte Kunst- und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) am Dienstag scharf für dessen Entscheidung, den Vertrag mit dem Intendanten des Gärtnerplatztheaters, Ulrich Peters, nicht zu verlängern. "Es ist kein guter Stil, wenn Wissenschaftsminister Heubisch eine Personalentscheidung bekanntgibt, die noch gar nicht getroffen sein kann", sagte Schneider nach Angaben der Staatskanzlei. Eine solche Personalentscheidung sei Sache des Koalitionsausschusses. Heubisch reagierte verärgert auf die Vorwürfe und wies sie zurück.

Schneider sagte: "Es geht nicht an, dass solche Dinge vorschnell in die Öffentlichkeit transportiert werden, bevor Klarheit in der Sache herrscht." Laut Koalitionsvertrag von CSU und FDP klärt der Ausschuss "die strittigen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung einschließlich herausgehobener Personalentscheidungen". "Dass es sich in diesem Fall um eine solche handelt, ist doch klar", sagte ein Sprecher der Staatskanzlei.

Heubisch widersprach dieser Darstellung. Das Vertragsende sei "eindeutig Sache des Kunstministers". Der Vertrag von Peters ende - wie vom Kabinett beschlossen - im August 2012. Darum müsse sich der Koalitionsausschuss nicht damit befassen, sagte Heubisch. Peters habe Anspruch darauf, frühzeitig davon zu erfahren, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. "Das ist jetzt geschehen und entspricht gutem Stil sowie meiner Verantwortung für das Theater am Gärtnerplatz." Bei der anstehenden Neubesetzung werde er das Kabinett "selbstverständlich" einbeziehen.

Peters hatte in der vergangenen Woche davon erfahren, dass sein Vertrag im Jahr 2012 auslaufen soll und sich enttäuscht an die Öffentlichkeit gewandt. Nach einem Kabinettsbeschluss soll das Gärtnerplatztheater vom Frühjahr 2012 an generalsaniert werden. Während der dreijährigen Renovierungsphase muss das Ensemble auf andere Spielstätten in München ausweichen.

DPA / DPA