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ZDF-Auftritt: Konzert geplatzt: Warum "Feine Sahne Fischfilet" nicht im Bauhaus Dessau auftreten dürfen

Umstritten war "Feine Sahne Fischfilet" schon immer. Das ZDF wollte die Band nun zu einer Livemusik-Reihe nach Dessau einladen. Doch der Hausherr der Location machte einen Rückzieher.

Der Sänger der deutschen Punkband "Feine Sahne Fischfilet", Jan "Monchi" Gorkow

Der Sänger der deutschen Punkband "Feine Sahne Fischfilet", Jan "Monchi" Gorkow

DPA

Am Ende war es der Stiftung Bauhaus Dessau wohl zu viel: Sie untersagte dem ZDF, mit der Punkband "Feine Sahne Fischfilet" ein Konzert in ihren Räumen zu geben. Dies bestätigte der Sender dem stern. Das ZDF nehme diese Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis. Das Konzert ist damit fürs erste abgesagt. 

Wie ein Sprecher des ZDF dem stern sagte, habe die Stiftung auf ihr Hausrecht gepocht. Als weitere Begründung hätte der ehemalige Gastgeber auf die vertraglichen Regelungen verwiesen. Die besagten, "jedwede Handlungen zu unterlassen, die für das Image und das Ansehen des Bauhauses schädlich sind". Auch habe die Stiftung laut ZDF die Sicherheitsaspekte und die Bannmeile in Bezug auf den "UNESCO Welterbe Status" des Gebäudes als Begründung für die Absage angeführt.

Was genau mit dieser sperrigen Formulierung gemeint ist, erklärte die Stiftung in einer Mitteilung. So solle das Bauhaus nicht zum Austragungsort politischer Agitation und Aggression werden. Rechte Gruppierungen hätten in sozialen Netzwerken gegen das Konzert mobil gemacht. 

"Feine Sahne Fischfilet" als entschiedene Nazigegner

Ein ZDF-Sprecher sagte dem stern, dass "Feine Sahne Fischfilet" ursprünglich im Rahmen der Sendung zdf@bauhaus am 6. November hätten auftreten sollen. Der Produzent lädt dabei bekannte Künstler für eine Konzert-Aufzeichnung nach Dessau ins Bauhaus ein. Die könnte nun im Falle der Punkband an einem anderen Ort stattfinden. "Nach einem alternativen Veranstaltungsort wird derzeit gesucht", ließ der Sender verlauten.

Die Band "Feine Sahne Fischfilet" tritt betont antifaschistisch auf. Ihre Texte sind dabei nicht unumstritten. Einige richten sich eindeutig gegen Staat und Polizei. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" soll der Landesverfassungsschutz von Mecklenburg-Vorpommern die Band zwischen 2011 und 2014 als linksextremistisch eingestuft haben. Zuletzt trat die Gruppe auf dem anti-rechts Festival "Wir sind mehr" in Chemnitz auf.

sos / DPA
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