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Ausstellung "Viva! Mozart": Tanz den Amadeus

Dass ein Museum nicht verstaubt und langweilig sein muss, zeigt eine Salzburger Ausstellung. "Viva! Mozart" bringt dem Besucher das Leben des Komponisten näher - mit Musik, Essen und Tanz.

Von Carsten Heidböhmer

Eine Ausstellung anlässlich des 250. Geburtstages von Wolfgang Amadeus Mozart? Klingt erst einmal wahnsinnig langweilig. Zu solchen Anlässen wird in der Regel ein Komponist auf den Sockel gestellt und mit zahlreichen Reliquien umgeben. Mit einem einzigen Ziel: der hemmungslosen Heiligenverehrung.

Wer mit dieser Erwartung die Schau "Viva! Mozart" in der frisch restaurierten Neuen Residenz in Salzburg aufsucht, wird schon zu Beginn positiv überrascht: Gleich am Eingang wird der Besucher mit einem Audioguide für den Rundgang ausgestattet. Der Clou dabei: Kein Geringerer als Wolfgang Amadeus Mozart persönlich führt durch die verschiedenen Räume, die sich jeweils einem Thema aus Leben und Zeit des Komponisten widmen. In breitem Salzburger Schmäh spricht er für jeden Raum eine kurze Einführung, die auf originalen Mozartäußerungen basiert.

"Viva! Mozart" präsentiert sich als eine Erlebnis-Ausstellung, die neben Filmprojektionen und Hörbeispielen auch originelle Mitmach-Stationen anbietet. Besonderes Augenmerk wird auf den Alltag im 18. Jahrhundert gelegt. Der Besucher ist hier nicht nur stummer Betrachter, sondern kann an Mozarts Leben aktiv teilhaben. So steht im Tanzsaal eine Lehrerin bereit, die die Grundlagen des Menuett-Tanzens vermittelt. Wer wissen möchte, was es mit dem "Bölzlschießen" - einer von Mozarts Lieblingsbeschäftigungen - auf sich hat, kann sich für zwei Euro am Schießstand betätigen und sein Glück versuchen.

Eine Stärkung erwartet den Gast im "Staiger'schen Kaffeehaus", einem Nachbau jenes Cafés, in das der Komponist in seiner Salzburger Zeit häufig eingekehrt ist. Dort werden Getränke und Confiserie aus dem späten 18. Jahrhundert angeboten, darunter die damals beliebten "Venusbrüstchen".

Mozarts erste Komposition

Selbstverständlich fehlt es auch an den üblichen Mozart-Devotionalien nicht. Hier haben die Ausstellungsmacher viel Wertvolles zusammengetragen: Städtebilder und Gemälde von wichtigen Persönlichkeiten aus Mozarts Kreisen stimmen eingangs in die persönliche Umgebung des Komponisten ein, darunter auch ein Porträt des verhassten Fürsterzbischof Graf Colloredo. Das Taufbuch des Klosters St. Peter ist an der Stelle aufgeschlagen, wo die Geburt von Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart verzeichnet ist. In einer Vitrine ist Mozarts allererste Komposition zu bestaunen, die er als kleiner Junge verfasst hat.

Doch auch die Musik kommt hier nicht zu kurz: Jeder Gast kann selbst zum Tonsetzer werden und die Antretter-Serenade in ihre Bestandteile zerlegen und neu zusammensetzen. So kann genau nachvollzogen werden, wie wichtig die einzelnen Stimmen für den Gesamtklang sind. Und wie schön ein vollkommenes Werk klingt, lässt sich im nächsten Raum bestaunen: Ein abgedunkelter Saal mit bequemen Sofas lädt ein, sich in Ruhe Mozarts Musik zu widmen. Dort kann sich der gestresste Museumsbesucher niederlassen und ganz auf die Komposition konzentrieren, die Mozart als seine "beste" bezeichnet hat: das Bläserquintett KV 452 für Oboe Klarinette, Horn Fagott und Klavier.

DJ Ötzi lässt grüßen

Nach diesen himmlischen Klängen kann man den Raum nur schwebend verlassen - und wird ganz sanft wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Gleichzeitig wird im letzten Raum der Bogen zur Gegenwart geschlagen: Lobesworte von historischen Personen reihen sich an Videogrußbotschaften von Zeitgenossen. Hier reicht die Bandbreite von Österreichs Bundeskanzler und Namensvetter Wolfgang Schüssel bis hin zu Unterhaltungsgranate DJ Ötzi. Und als Beweis, dass man auch wirklich da war, kann jeder Besucher von bereitgestellten Computer-Terminals Grußbotschaften an seine Freunde und Verwandten schicken.

Wie viel Mozart auch heutigen Musikschaffenden noch zu sagen hat, lässt sich in der abschließenden Mozart-Suite nachvollziehen: Sieben zeitgenössische Komponisten haben Neukompositionen nach Motiven des "Don Giovanni" verfasst. So bringen die Ausstellungsmacher um Museumsdirektor Erich Marx das Kunststück fertig, Mozart aus seiner eigenen Zeit heraus zu erklären, gleichzeitig aber seine heutige Aktualität zu betonen. Und das alles auf eine höchst lebendige, anschauliche Art. So freute sich der Österreichische Bundespräsident Heinz Fischer bei der Einweihung der Ausstellung denn auch besonders darüber, dass das Wort "museal" nach dem Besuch von "Viva! Mozart" einen neuen, positiven Beiklang bekommt. Noch bis 7. Januar 2007 können sich Besucher davon überzeugen - und werden hoffentlich das Tanzbein schwingen.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(