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Babyshambles: Warten auf Pete

Kommt er oder kommt er nicht? Gestern war er zumindest nicht da. Rockstar Pete Doherty, Ex-Lover von Kate Moss, ließ den Tourauftakt in Köln platzen. Heute soll er mit den Babyshambles in Berlin spielen. Ob er da sein wird?

Von Kathrin Buchner

Er ist ein Rockstar wie aus dem Bilderbuch: Hat Charisma, stopft sich mit Drogen voll und liebt ein Supermodel. Es ist nicht die Musik allein, die Pete Doherty und seine Babyshambles so berühmt gemacht haben. Der Engländer Pete Doherty ist der Typ Rockstar, vor dem uns unsere Mütter immer gewarnt haben. Ein Wolf im Schafspelz, schmal, babygesichtig, von zarter Gestalt, aber auch exzessiv, Heroin und anderen illegalen Substanzen verfallen und komplett unzuverlässig. Offensichtlich hat sich diese Eigenschaft schon herumgesprochen.

"Die Leute waren erstaunlich ruhig, es flogen nur ein paar Bierbecher", sagt Richard Bölle vom örtlichen Veranstalter Concert Team NRW. Wenig empörte Aufschreie also. Und das obwohl der Tourmanager erst um 21 Uhr, als sich bereits alle 2000 Zuschauer im ausverkauften Kölner E-Werk befanden, verkündete, dass Pete Doherty auch den zweiten Flieger verpasst hatte. Im ersten saßen sämtliche Bandkollegen von den Babyshambles - entsprechend sauer, so Katharina Wenisch, Pressesprecher der Konzertagentur Marek Lieberberg (MLK), die die Deutschland-Tour organisiert.

Nachfrage ungebrochen

Dabei standen die Chancen gar nicht schlecht. Schließlich hatte er die letzten Konzerte in Amsterdam und Brüssel auch bestritten. Einige Wochen zuvor ließ er allerdings Termine in Österreich platzen und im vergangenen Jahr waren zahlreiche Konzerte abgesagt worden. Dennoch, die Nachfrage ist immer noch groß. Jeder will Pete Doherty und die Babyshambles sehen - ob wegen der Musik oder dem zweifelhaften Ruhm des Stars, der vor allem durch seine Affäre mit Supermodel Kate Moss berühmt wurde, sei dahin gestellt.

Pete kommt mit Privat-Jet

Die Nachfrage nach Tickets für die Babyshambles ist jedenfalls groß. "Sämtliche Konzerte in Deutschland sind ausverkauft, und wir hätten noch weit mehr Karten verkaufen können", sagt Katharina Wenisch. Heute ist ein Gig in Berlin, es könnte klappen, denn Pete Doherty wird mit einem Privat-Jet eingeflogen. Und auch für den Nachholtermin am Samstag in Köln sieht es gut aus, denn der Star wird gleich in den Nightliner verfrachtet, ein Umweg über London wird vermieden. Ob er bis zum Termin am Sonntag in Hamburg durch hält? "Lassen wir uns überraschen", sagt Wenisch. Richard Bölle jedenfalls will am Samstag die Technik im Kölner E-Werk nur dann aufbauen, wenn Pete tatsächlich da ist.