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Ballett im Berghain: Techno statt Tutu

Techno goes Ballett. Der berühmt-berüchtigte Club Berghain hat sich mit dem Berliner Staatsballett zusammen getan – und eine grandiose Show geliefert: "Masse".

Von Anja Lösel

Riesige Schlangen vor der Tür, ein furchterregender Türsteher, wummernde Bässe, die direkt in Bauch und Herz donnern, schummrige Bars und wilde Tänzer – gibt es heute alles nicht im Berghain, dem berühmt-berüchtigten Club in Berlin-Friedrichshain. Dieser Abend gehört dem Ballett.

Die Jungs mit den Nasenringen und die Mädels im hautengen Lederdress sind trotzdem gekommen. Aber auch Damen im edlen Kimono-Kostüm oder im bunten Gucci-Kleid mit Goldschuhen sitzen im Publikum. Sie fallen allerdings kaum auf, denn Hauptdarsteller ist heute die große Halle des Berghain, ein ehemaliges Heizkraftwerk, gigantische 17 Meter hoch. Schwere Betonstützen teilen den Raum, riesige Kohleschütten ragen von der Decke, fette Rohre prangen auf der Wand. Erst ein einziges Mal war diese Halle fürs Publikum geöffnet gewesen, als einige Mitarbeiter des Berghain ihre Kunstwerke zeigen durften. Nun ist sie Bühne für eine ganz besonderes Schau: Techno goes Ballett.

Schon seit Wochen hatten sie in der Berliner Clubszene gemunkelt: Gehst Du hin? Hast Du eine Karte? 500 Leute sind gekommen, die Uraufführung ist seit Wochen ausverkauft, die Spannung ist riesig. Zwei einschüchternd schwere Türsteher versperren den Eingang, wollen heute aber nur freundlich die Eintrittskarten kontrollieren. Zuerst geht's in eine leere Halle mit Bar. Dann hinauf über provisorische Treppen, vorbei an Kleiderbergen. Einzelne Shirts und Pullover liegen rum oder hängen irgendwo an der Wand, als hätte sie jemand auf der Flucht verloren. Beklemmende Erinnerungen an die Duisburger Loveparade schleichen sich ein. "Masse" heißt das Programm, das wir heute zu sehen bekommen. Ja, so langsam versteht man, was das heißen könnte.

Masse Mensch

Noch ein paar Treppen hoch, und da ist sie, die Bühne, extra gebaut nur für dieses Programm. Wie schwarze Schlacke züngelt sie in den Zuschauerraum hinein, unregelmäßig wabernd und dunkel. Einziges Requisit: ein ausgebrannter Bus der Berliner Verkehrsbetriebe. Massentransport und Masse Mensch, darum soll es heute gehen in diesem Stück mit seinen drei Akten. Aber auch um Energie und Urgewalt, um Kontrolle und um das, was passiert, wenn die Masse außer Kontrolle gerät.

Als wäre die Paarung Berghain/Staatsballett nicht schon abgefahren genug, hat das Bühnenbild einer der bekanntesten Künstler der Stadt entworfen: Norbert Bisky, Sohn des Politikers Lothar Bisky, Maler nackter blonder Jungs, die auf dem Kunstmarkt inzwischen Höchstpreise erzielen. Bisky ist ein Kenner: "Ich gehe öfter ins Ballett als ins Berghain", sagt er. Kurz vor der Premiere ist er nervös, sitzt da in der dritten Reihe in Jeans, weißem Hemd und dunkelblauem Jackett. "Mein Adrenalinspiegel ist extrem hoch, und das ganz ohne Drogen, nur mit Kaffee und Aufregung", gesteht er.

Die Musik – ein kleiner Schock für Ballettfreunde

Das erste Bild sieht aus wie von Bisky gemalt: Tänzer in fleischfarbenen Trikots bewegen sich zur Musik des Duos DIN, zu harten Elektrobeats, brutal, wummernd, nicht so laut wie im Club, aber doch für die Ballettfreunde im Publikum ein kleiner Schock.

Spätestens beim zweiten Stück haben alle begriffen: Hier passiert etwas ganz Besonderes. Wie die klassisch ausgebildeten Tänzer des Staatsballetts sich zu den harten Klängen bewegen, wie sie ihre klassischen Positionen, ihre Adagios, Allegros und Pirouetten einsetzen für etwas völlig Neues, Aufregendes, das ist grandios. Hier finden zwei Stilformen zusammen, die bisher nichts miteinander zu tun zu hatten – und einander doch so nah sein können.

Kostümbildnerin Julia Mottl hat den Tänzern Rippen und Streifen auf die Trikots appliziert, so dass sie nun aussehen wie urzeitliche Echsen. Oder sind sie Zukunftswesen, die als einzige eine große Katastrophe überlebt haben? In glibbrigem Schleim müssen sie wühlen, sich zu immer neuen, engen Körperknäueln formieren, um ihre Existenz kämpfen. Es ist von den drei Stücken des Abends das beste dank der fantastischen Choreographie von Nadia Saidakova.

Die Macher halten sich im Hintergrund

Am Ende dann noch ein Star: Henrik Schwarz, ein ganz Großer der Elektroszene. Für das dritte Stück hat er Klänge komponiert, die vom Elektrobeat bis zum sanften, fast romantischen Klavierstück reichen. Unmerklich geht eins ins andere über, reißt die Tänzer mit und auch die Zuhörer. Mit Schlabberpullover sitzt Schwarz im Publikum, unscheinbar wie die beiden Berghain-Macher Michael Teufele und Norbert Thormann. Ja, auch die sind natürlich da an diesem Premierenabend. Aber feiern lassen wollen sie sich nicht, auch nicht zum Schlussapplaus auf der Bühne.

Es genügt ihnen zu wissen, dass im Berghain etwas passiert, was sonst nie gelingt: Das traditionelle Opern- und Ballett-Publikum setzt sich der Musik aus, die sonst nur in Clubs gespielt wird – und ist überrascht, dass man davon nicht taub wird, sondern manchmal sogar bezaubert. Die Technofreaks gucken klassisches Ballett und erkennen, dass es gar nicht so weit weg ist von dem, was sie selbst bewegt und aufwühlt. Und eins ist sicher: Für alle war's ein cooler Abend.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?