HOME

Bro'Sis: Umjubelt und belächelt

Bro'Sis, wie die No Angels aus der RTL-II-Sendung «Popstars» hervorgegangen, polarisiert die deutsche Musikszene wie kaum eine andere Band. Sie muss sich gegen den Vorwurf wehren, nur ein Kunstprodukt zu sein.

Sie haben es an die Spitze der deutschen Charts geschafft. Sie werden von Teenagern umjubelt und angehimmelt - und von vielen anderen belächelt. Bro'Sis steht für Brothers and Sisters; das sind die Musiker: Die 18-jährige Hila, geboren in Tel Aviv, kommt ebenso aus Frankfurt/Main wie die vier Jahre ältere Indira. Ihnen stehen der 21-jährige Faiz aus Köln, der gebürtige US-Amerikaner Shaham (22) aus Heidelberg sowie der 23-jährige Giovanni aus dem württembergischen Hechingen zur Seite. Ross (24) kommt aus England.

Die einen loben sie als aufsteigende Popgruppe, die anderen beschimpfen sie als «Band aus der Retorte». Bro'Sis, nach den No Angels die zweite aus der RTL-II-Sendung «Popstars» hervorgegangene Band, polarisiert die deutsche Musikszene.

Um so weit zu kommen, haben die sechs lange gekämpft: Unter rund 11.000 Bewerbern wurden sie in einem Talentwettbewerb der RTL-II-Sendung «Popstars» ausgewählt - und stürmten schließlich die deutschen Hitparaden: Die erste Single «I Believe» ging in der ersten Woche nach der Veröffentlichung fast 800.000 Mal über den Ladentisch, inzwischen weit über eine Million Mal. Das Album «Never Forget (Where You Come From)» verkaufte sich nicht minder gut.

Doch trotz oder gerade wegen dieses Erfolgs steht Bro'Sis in der Kritik wie kaum eine andere Band - und muss sich etwa gegen den Vorwurf wehren, nur ein Kunstprodukt zu sein. «Ich bin froh, dass wir auf diesem Weg zusammengekommen sind», sagt Giovanni. «Das ist ein super Weg, eine solche Band zusammenzustellen.» Außerdem seien im Rahmen des Castings «auch nicht irgendwelche sechs Models genommen» worden. «Da ging's wirklich nach Fähigkeiten.»

Zudem widerspricht die Band Behauptungen, sie sei lediglich Geldquelle und Vermarktungsobjekt für Sender und Plattenfirma. «Wir wissen genau, dass wir für manche Leute Geld bringen, aber wir würden das nicht machen, wenn wir uns ausgenutzt fühlten», sagt Shaham. Giovanni ergänzt: «Wir dürfen so viel mitbestimmen, dass es schon fast unangenehm ist.»

Und ein Ziel haben sie alle: Sie wollen sich als eine feste Größe in der Musikwelt etablieren. «Das ist eigentlich der größte Wunsch, den wir haben», sagt Giovanni.