David Byrne Clownerien im Wespennest


Auf seinem neuen Album "Grown Backward" verschmilzt David Byrne auf sehr angenehme Art und Weise verwirrende Texte mit unwahrscheinlichen Orchester-Arrangements.

David Byrnes Album "Grown Backward" vermischt die Grenze zwischen Wirklichkeit und Absurdem, indem es auf sehr angenehme Art und Weise verwirrende Texte mit unwahrscheinlichen Orchester-Arrangements verschmilzt. Es ist eine von Byrne bereits bekannte Vorgehensweise: Man nehme einen Pop-Song und rühre ihn solange durch, bis etwas anderes daraus entstanden ist. Schon zu Talking-Heads-Songs wie "Psycho Killer" ließ es sich trotz des bizarren Themas sehr gut das Tanzbein schwingen.

Musikalisch vollzieht Byrne nun den Bruch mit den elektronischen und digitalen Helfern, die im Modern Pop so massiv eingesetzt werden. Der Einsatz von Geigen, Akkordeon und hin und wieder sogar einer Harfe eröffnet Klanglandschaften, die im heutigen Umfeld fast neu klingen. "Pirates" ist ein herzlicher Schabernack, der wie ein Broadway-Hit daherkommt. "Ahoy, we're Pirates on parade", grölt Byrnes. Und ein Titel wie "The Man Who Loved Bear" sagt eigentlich schon alles.

Streckenweise verstörend

Aber es gibt nicht nur Clownerien auf "Grown Backwards". In "Astronauts" hält ein von sich entfremdeter Mann seine Hand in ein Wespennest: "They fly out around my face. I guess it's just self-defense." Byrnes Album ist streckenweise unheimlich und verstörend. Aber zehn Jahre nach dem Ende der Talking Heads hat er jetzt unzweifelhaft mehr im Sinn, als Musik für Schülerpartys zu liefern.

Ryan Lenz, AP


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