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Tim Bendzko beim ESC-Vorentscheid: "Man sollte den ESC nicht zu ernst nehmen"

Beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest wird Tim Bendzko in der Jury sitzen. Dem stern erzählt der Sänger, was ihn am Esc stört und warum er privat fast nie Musik hört.

Tim Bendzko

Tim Bendzko sitzt beim deutschen Vorentscheid zum ESC in der Jury

Fünf Musiker haben am Donnerstag die Chance, für Deutschland zum Eurovision Song Contest in die Ukraine zu fahren. In der Live-Show "Unser Song 2017" zur Entscheidung wird der Sänger Tim Bendzko gemeinsam mit Lena Meyer-Landrut und Florian Silbereisen die Leistung der Künstler kommentieren. Dem stern erzählt er, was ihm am ESC gefällt und was nicht und warum er selbst fast gar keine Musik hört. 

Herr Bendzko, was glauben Sie: Warum landet Deutschland beim ESC oft auf den letzten Plätzen?

Ich hab keine Ahnung. Es gibt bei Musik immer nur die Frage: Hat es dir gefallen oder nicht? Das Gesamtpaket muss die Leute packen, dann wird das auch was. Das Schöne an der ganzen Sache ist: Es kann ja nicht schlimmer kommen.

Was sollte ein Künstler mitbringen für eine erfolgreiche Teilnahme?

Sobald man anfängt, Parameter abzufragen, ist es schon zu spät. Das beste Beispiel ist die Siegerin von 2012 Loreen mit "Euphoria". Damals saß ich auch in der Jury und als sie es im Halbfinale gesungen hat, war einfach klar, dass sie das Ding gewinnen wird. Und nach so etwas sucht man: Da fragt man nicht, ob sie gut intoniert hat, sondern da wird etwas angeknipst.

Was mögen Sie am ESC?

Der ESC ist Kult. Der begleitet mich gefühlt schon mein Leben lang. Mich stört ein bisschen, dass er politisiert wird und hinterher groß verhandelt wird, warum wer auf welchem Platz landet. Für mich ist das eine Spaßveranstaltung, bei der man sich gerne Mühe geben darf aber zu ernst sollte man es nicht nehmen.

Beim ESC werden viele Musikstile vermischt. Gefällt Ihnen das? 

Ich finde es schön, wenn das Schubladendenken gebrochen wird. Es ist schade, dass das immer weniger beim ESC stattfindet. Es gibt immer mehr Teilnehmer, die nach Formeln arbeiten. Zum Beispiel ist gefühlt jeder zweite Songschreiber Schwedisch, weil die immer unter die ersten fünf kommen. Dadurch verschwimmt der Sinn und Zweck des ESC - eben dass sich verschiedenste Kulturen präsentieren können.

Kürzlich hat Ihnen der Deutschrapper Kollegah eine Kollaboration vorgeschlagen: Er will "Keine Maschine" neu mit Ihnen aufnehmen. Ist da ernsthaft etwas in Planung?

Wir sind auf einem guten Weg. Er hatte das ja angeleiert und jetzt gucken wir mal, ob es ein Ergebnis gibt. Ich hätte Bock drauf. Ich fand’s sehr lustig.

Beim deutschen Vorentscheid wird auch Matthias Schweighöfer seine neue Single vorstellen. Mit ihm könnte man Sie optisch verwechseln, die Musik ist auch ähnlich. Wie ist das für Sie?

Ich wurde noch nie mit Schweighöfer verwechselt, das denken die Leute immer nur! Ich hab von seinen neuen Songs noch nichts gehört aber grundsätzlich finde ich, dass jeder machen sollte, worauf er Lust hat - so lange er anderen damit nicht schadet. Und ob er das tut, weiß ich nicht, weil ich es noch nicht gehört hab.

Welche Art Musik hören Sie am liebsten?

Musik hören ist mir zu anstrengend. Ich kann Musik nicht hören, ohne genau hinzuhören, das geht nicht nebenbei. Ich müsste mich dafür eine Stunde hinsetzen und das mach ich dann wieder nicht.