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Austragungsort des ESC 2014: Das Innere dieser hässlichen Halle ist vom Feinsten

Verdammt hässlich. So lässt sich der Austragungsort des ESC in Kopenhagen beschreiben. Doch die ehemalige Schiffshalle beherbergt die modernste Bühne der Welt, wie ein Video eindrucksvoll zeigt.

Von Jens Maier

Es ist der wohl hässlichste Austragungsort seit Rom 1991: Damals fand der Eurovision Song Contest im Studio 15 der Filmstudios Cinecittà statt. Um die trostlosen Betonsäulen des Komplexes halbwegs zu verstecken, fuhr das italienische Fernsehen allerlei Firlefanz als Kulisse auf: Dekolöwen waren darunter und auch eine Sphinxstatue. Genützt hat es nichts. Wenn die Kamera in den Zuschauerraum schwenkte, war das ganze Elend zu sehen.

Auch die B&W Hallen in Kopenhagen sind keine Schönheit. Im Gegenteil. Sie sehen von außen eher nach Atomkraftwerk als nach Musiktempel aus: grauer Beton, hässliche Fassade, verrosteter Stahl. Hier findet der Eurovision Song Contest 2014 statt. Der Grund: Die dänische Hauptstadt verfügt über keine moderne Mehrzweckhalle, brauchte aber einen Austragungsort ohne störende Säulen. Da kamen die ehemaligen Schiffshallen der 1996 Pleite gegangenen Werft wie gerufen.

Trotz ihres trostlosen Erscheinungsbildes soll die Halle mit den modernen Arenen in Malmö, Baku und sogar Düsseldorf mithalten können. Zwar werden am 10. Mai nur 10.000 Zuschauer die Finalshow vor Ort verfolgen können - und damit deutlich weniger als im Vergleich zu den genannten Austragungsorten -, aber Kopenhagen will in puncto Bühnen- und Hallentechnik glänzen. Monatelang wurde der Betonklotz im Auftrag des dänischen Fernsehsenders DR umgebaut.

Dänen sparen nicht am Bling-Bling

Das Ergebnis ist beeindruckend. In einem über drei Minuten langen Video, das DR in dieser Woche auf seiner Website veröffentlicht hat, ist eine erste Bühnen- und Lichtprobe zu sehen. Es blinkt, blitzt und funkelt in allen erdenklichen Farben. Eine Lightshow, auf die jeder Großraumdiscobetreiber neidisch wäre. Ob Goldregen, Lichtkäfig oder Blitze - alles scheint möglich. Eine wahre Lichtorgie.

Kein Wunder, die Dänen haben eine mehr als 1200 Quadratmeter große LED-Wand gebaut, auf der während der Songs viele verschiedene Hintergründe zu bestaunen sein werden. 2810 Lampen und ganze neun Millionen Dioden am Boden und an den Wänden bringen die triste Halle zum Leuchten. Sogar einen Wassergraben um die Bühne soll es am Ende geben.

Die Fernsehzuschauer zuhause werden jedenfalls keine hässliche Halle, sondern die derzeit modernste Fernsehbühne der Welt, wie die Dänen stolz behaupten, zu sehen bekommen. Außen pfui, innen hui.