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Eurovision Song Contest 2011 Aserbaidschan triumphiert, Lena auf Platz zehn


Die Mission Titelverteidigung ist gescheitert. "Lovely Lena" schaffte es mit ihrem ESC-Beitrag nur knapp unter die Top Ten. Erster wurde Aserbaidschan, dicht gefolgt von Italien und Schweden.

Lenas Satellit ist verglüht - dafür ist mit Aserbaidschan ein neuer Stern beim Eurovision Song Contest aufgegangen: Bei der erst vierten Teilnahme der Kaukasusrepublik an dem Wettbewerb konnte sich das Duo Ell und Nikki am Samstagabend in Düsseldorf sensationell mit "Running scared" durchsetzen. Für Lena blieb nach ihrem Vorjahressieg ein guter zehnter Rang, für die ARD wurde die weltweit ausgestrahlte Show zum großen Erfolg.

Das wegen Lenas Sieg mit dem Song "Satellite" in Deutschland ausgetragene Finale war so spannend wie lange keines mehr beim ESC. Erst zum Ende der Auszählung der Stimmen aus den 43 Teilnehmerländern zeichnete sich ab, dass Ell und Nikki mit ihrer Ballade gewinnen würden. Zweiter wurde Italien, Dritter knapp dahinter Schweden.

Der zehnte Platz von Lena und ihrem "Taken by a stranger" unter 25 Finalisten enttäuschte zwar die bis zuletzt großen Hoffnungen auf eine Titelverteidigung. Es war aber dennoch eine der besseren deutschen Platzierungen der vergangenen Jahre. Auf jeden Fall zeigte Lena eine große Magnetwirkung: Mit 13,83 Millionen Zuschauern war die ARD-Übertragung die bisher erfolgreichste deutsche Fernsehsendung in diesem Jahr. Die Zuschauerzahl lag damit nur etwas unter den 14,7 Millionen des Vorjahres. Der Chef des ESC-Dachverbandes EBU, Jon Ola Sand, sagte, die ARD habe eine "wundervolle Show" gezeigt, er sei "sehr, sehr zufrieden".

Obwohl ihr die Titelverteidigung nicht gelang, war auch Lena zufrieden. "Es geht mir fantastisch. Ich bin so froh", sagte Lena zu dem Auftritt. "Ich fühle mich wie auf Wolke 2000." Von ihr falle ein "Riesenstein", sagte die bald 20-Jährige.

Der ARD-Koordinator des ESC, Thomas Schreiber, lobte Lena als "großes Talent". Sie habe in Düsseldorf perfekte Aufführungen gezeigt. "Man konnte dort nichts besser machen. Das ist eine unglaubliche Leistung." Die ARD überlegt nun, ob wie bei Lenas Premiere im vergangenen Jahr der deutsche ESC-Starter für Aserbaidschan in einem Casting-Wettbewerb gesucht werden soll. Der Arbeitstitel sei "Unser Star für Baku", sagte Schreiber. Die genaueren Planungen sollten nun beginnen.

Bei dem Sieger-Duo handelt es sich um einen 22-jährigen Klavier-Studenten und eine 31 Jahre alte Mutter zweier Töchter. "Ich bin der glücklichste Mann der Welt", sagte Ell nach dem Sieg. Bei den Vorhersagen hatten Ell und Nikki keine Rolle gespielt, dort galten vor allem das schillernde irische Zwillingsduo Jedward und der Franzose Amaury Vassili als Favoriten. Jedward kam auf Rang acht, Vassili enttäuschte als Fünfzehnter.

Ell, der tatsächlich Eldar Gasimov heißt, sagte, ein Traum sei wahr geworden. "Vom ersten Tag an habe ich geglaubt, dass wir es schaffen können", sagte der Sänger. Nikki, die eigentlich Nigar Jamal heißt, sagte, sie könne sich nur schwer vorstellen, wie sich die Menschen in Aserbaidschan nun fühlen.

Auf den Straßen von Baku versammelten sich tausende Aserbaidschaner bei strömendem Regen zu spontanen Feiern. Autos mit jubelnden Menschen fuhren durch die Straßen, aus vielen Autos tönte das Gewinnerlied. "Das ist ein großartiger Sieg", sagte der Student Alim Mamedow. "Aserbaidschan hat erst zum vierten Mal teilgenommen, ich weiß nicht, welches andere Land es geschafft hat, so schnell zu gewinnen." Der Chef der ESC-Delegation des Landes, Adil Kerimli, sagte in lokalen Medien, "die Freude über den Sieg ist groß". Sein Land werde nun einen Wettbewerb auf höchstem Niveau organisieren.

AFP AFP

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