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GARBAGE: »BEAUTIFULGARBAGE«: Schöner Müll aus Grunge und Pop

Mitten in eine krisengeschüttelte Zeit platzt Garbage mit ihrem neuen Album »Beautifulgarbage«, auf dem das Quartett an seinem Bekenntnis zu harter und schmutziger Musik festhält.

Die amerikanische Rockband Garbage hofft, dass nach den Terroranschlägen von New York und Washington auch musikalisch ein Umdenken einsetzt. »Die Menschen werden nach Musik suchen, die mehr Tiefe hat. Nicht nach diesem Bubble-gum-Pop-Ding, das in den vergangenen fünf Jahren so beherrschend war«, sagt Garbage-Schlagzeuger Butch Vig. Die Gruppe hält nichts davon, harter Musik angesichts der Weltlage nun die Unschuld abzusprechen. »Der Rock?n?Roll wurde in den 50er Jahren geboren, kurz nach einem Weltkrieg. War die Musik damals unschuldig?«, fragt Sängerin Shirley Manson.

Interview-Tour zum neuen Album

Gitarrist Duke Erikson hatte angesichts der gerade absolvierten Interview-Tour zum neuen Album »Beautifulgarbage«, das am 1. Oktober in die Läden kommt, zuerst Bedenken: »Wir fanden es schon sehr seltsam, so kurz nach diesen Ereignissen nach Europa zu kommen und über unsere Platte, über Popmusik und Kunst zu reden. Aber wir müssen unser Leben weiterleben.«

Grunge und Pop vereint

Den im Titel »Beautifulgarbage« versprochenen »schönen Müll« liefern die drei US-Musiker und die schottische Sängerin ihren Fans als kleine Lehrstunde. »Uns geht es darum, zu zeigen, dass etwas wirklich Hässliches seine eigene Schönheit entwickeln kann«, sagt Butch Vig. »Wir packen eben auch musikalisch etwas zusammen, was beim ersten Hören nicht zusammenpasst.« So vereint »Beautifulgarbage« gewohnte Grunge-Elemente mit ungewöhnlich viel Pop.

Mehr Seele, weniger Elektronik

Damit geht die Band recht deutlich auf Distanz zum 1998 erschienenen Vorgängeralbum »Version 2.0«. »Das einzige, was wir zu Beginn der Aufnahmen wussten, war, dass wir es diesmal sehr einfach halten wollten«, berichtet Butch Vig. »Wir wollten mehr Seele hineinlegen als in «Version 2.0», wo wir sehr viel Wert auf Elektronik, Produktion und Details gelegt haben. Und wir wollten das Dunkle mit dem Schönen mischen.«

James-Bond-Band

Mit eher zwiespältigen Gefühlen berichtet die Band von ihrem Einsatz für den James-Bond-Film »Die Welt ist nicht genug«, zu dem sie 1999 die Titelmusik liefern durfte. »Das war eine große Ehre, aber es war auch ein harter Kampf mit den Produzenten, die sich immer einmischen wollten«, stöhnt Butch Vig.

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