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Kante: "Die Dinge werden sich verändern"

Auf ihrem neuen Album singt die Hamburger Band Kante von sommerlicher Hitze und drohendem Unheil. Im stern.de-Gespräch erklärt Sänger Peter Thiessen, wie die Gruppe auf den Hund und auf den Rock kam.

Von Carsten Heidböhmer

Sieht aus wie ein Bruno-Gedächtnistreffen, ist aber die Hamburger Band Kante. Ganz rechts im Braunbärfell sitzt Sänger und Texter Peter Thiessen

Sieht aus wie ein Bruno-Gedächtnistreffen, ist aber die Hamburger Band Kante. Ganz rechts im Braunbärfell sitzt Sänger und Texter Peter Thiessen

"Die Hitze kriecht die Straßen lang/ das Fieber steigt, die Stadt vibriert/ meine Nerven pulsieren, irgendetwas passiert": Wenn es eine Platte gibt, die diesen hitzigen Sommer in Worte fasst, dann ist es wohl das neue Album der Hamburger Band Kante. Gleich mit dem Titelsong "Die Tiere sind unruhig" zeichnen Kante ein treffendes Bild von Deutschland im Jahre 2006, zwischen WM-Euphorie und Geschacher um die Gesundheitsreform, zwischen Biergartenstimmung und ernüchternden TV-Bildern vom Libanon-Krieg.

Dass das neue Album derart ins Schwarze trifft, hat auch Sänger und Texter Peter Thiessen ein wenig überrascht: "Die meisten Texte habe ich letzten Sommer geschrieben. Dass das jetzt so passt, ist Zufall", sagte er im stern.de-Interview. "Ich wollte ein Gefühl beschreiben, das die letzten zwei Jahre geprägt hat: das Gefühl, dass jederzeit eine Bombe hochgehen könnte, eine Sturmflut kommt. Man weiß nicht, was kommt, aber man weiß, dass die Dinge sich verändern werden."

Spontan statt konstruiert

Zumindest musikalisch hat sich für die Band bereits einiges geändert. War die letzte Veröffentlichung "Zombi" ein filigran komponiertes, jazzig-orchestrales Gewebe, so ist "Die Tiere sind unruhig" ein rockendes Biest geworden. Während sich frühere Alben an Talk Talk oder Joni Mitchell orientierten, stehen nun die Queens Of The Stone Age Pate. Dass ihr neues Werk derart vital und rockig geraten ist, erklärt Peter Thiessen mit den Erfahrungen der letzten Platte: "Die Produktion von 'Zombie' war sehr anstrengend und Kräfte raubend. Wir haben fast drei Jahre damit verbracht und sind stilistisch an unsere Grenzen gegangen. 'Zombie' war extrem ausgefeilt. Diesmal wollten wir uns auf die spielerischen Stärken der Band verlassen. Und für Rock hat unser Herz schon immer geschlagen."

So haben Kante erst einmal eine längere Auszeit genommen und dann angefangen, im Studio mit Songskizzen drauflos zu jammen. Als Produktionsort wählte man das Studio von Moses Schneider in Berlin, der zuletzt Tocotronic einen raueren Sound verpasst hatte. "Der hat uns so aufgenommen, wie wir auf der Bühne stehen. Das war eine Momentaufnahme. Dadurch mussten wir die Stücke gleich so anlegen, dass wir sie live einspielen können."

Zwischendurch entspannter Party-Rap

Durch diese spontane Herangehensweise springt einen die Spielfreude beim Hören der sieben Stücke regelrecht an. Nicht umsonst steht im CD-Booklet die eindeutige Aufforderung "This record should be played loud". Zu deftigen Rockriffs steigt die Band gerne mal in düstere Regionen hinab und Thiessen singt Zeilen wie "Ich hab das Herz der Dunkelheit sich öffnen sehen". Andererseits vergessen Kante aber nicht, wie man eine gute Party feiert. In "Die größte Party der Geschichte" versuchen sich die Hamburger erfolgreich an einem entspannten Party-Rap. Auch das unterstreicht den Charakter des Sommeralbums.

Da im Titel des Albums Tiere auftauchten, haben sich viele Feuilletonisten auf Ähnlichkeiten mit der aktuellen Veröffentlichung von Blumfeld gestürzt und von einem Trend zur Natur in der Popmusik schwadroniert. Tatsächlich führt der Vergleich ins Leere. Denn während Blumfeld in naiver Naturlyrik vom Apfelmann erzählt, die "Tiere um uns" besingt, geht es bei Kante um etwas anderes: "Mich interessieren nicht die Tiere selber, sondern wie Menschen darüber nachdenken. Das hat in den meisten Fällen mehr damit zu tun, wie Menschen sich selber sehen", beschreibt Thiessen seinen Ansatz.

Spannungen, die sich entladen werden

Wenn bei ihm die Tiere unruhig sind, dann geht es darum, dass sie etwas wahrnehmen; dass etwas in der Luft liegt, was deren feinen Sensoren früher spüren als die Menschen. "Den Tsunami haben Hunde viel früher wahrgenommen", ergänzt Thiessen. Die Tiere verweisen bei Kante auf Spannungen in der menschlichen Gesellschaft, die sich irgendwann entladen werden.

Und so herrscht über weite Teile der Platte - bei aller vordergründigen Rock-Seligkeit - ein unterschwelliges Gefühl von Angst und Ungewissheit vor. Dadurch wird auch das wiederholte Hören zu einem aufwühlenden Erlebnis. Oder wie es Kante im letzten Song mit dem treffenden Titel "Die Hitze dauert an" singen: "Alles ist gut, der Zweifel bleibt".

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(