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Soulsängerin Mit den Supremes schrieb sie Musikgeschichte – zum Tod von Mary Wilson

Mary Wilson
Sie gehörte zu den Supremes: Die Soulsängerin Mary Wilson ist im Alter von 76 Jahren gestorben. 
© Mark RALSTON / AFP
Sie begründete eine der wichtigsten weiblichen Gesangsgruppen der Musikgeschichte: Mary Wilson landete mit den Supremes in den 60er Jahren zwölf Nummer-eins-Hits.

Ihren Namen kennen nur die wenigsten, doch in den 60er Jahren gehörte Mary Wilson Teil zu einer der erfolgreichsten Musikgruppen der Welt: Mit dem Soul-Trio The Supremes landete sie zwischen 1964 und 1969 zwölf Nummer-eins-Hits in den USA - nur die Beatles waren zu der Zeit erfolgreicher. Die Supremes, das waren Diana Ross, Florence Ballard und eben Mary Wilson. Die drei Teenager lebten Ende der 50er Jahre in einer speziell für arme Menschen gestalteten Siedlung in Detroit. Die Nachbarschaft bestand fast ausschließlich aus Afroamerikanern.

Doch die drei träumten vom großen Erfolg - und gründeten eine Gesangsgruppe. Zunächst nannten sie sich Primettes. 1960 wurde der Musikproduzent Berry Gordy auf die jungen Damen aufmerksam. Der suchte neue Künstler für sein Label Motown Records, mit dem er in den 60er Jahren die Musikwelt revolutionieren sollte.

Denn bislang waren die Hitparaden fast ausschließlich von weißen Künstlern dominiert, die oftmals den Sound der Schwarzen kopierten. Das wollte Gordy ändern - und engagierte dafür Künstler wie Stevie Wonder, die Temptations, Marvin Gaye, Smokey Robinson, Martha Reeves, die Four Tops und später auch The Jackson Five und die Commodores, die in den kommenden zehn Jahren von Detroit aus die Charts der Welt eroberten.

Barry Gordys Trick: Er glättete den rauen Soul und legte Wert auf eingängige Melodien, die den Künstlern oftmals von Komponisten-Kollektiven wie Holland–Dozier–Holland auf den Leib geschneidert wurden. Denn um die Hitparaden zu stürmen, musste die Musik auch beim weißen Publikum ankommen.

Mit den Supremes landete Mary Wilson zahlreiche Hits

Die erfolgreichste Gruppe jener Jahre waren die Supremes, wie sich das Gesangstrio um Mary Wilson ab 1961 nannte. Zunächst wollten die Songs allerdings nicht zünden. Es dauerte bis 1964, ehe die Supremes ihren ersten Volltreffer landeten. "Where Did Our Love Go" schlug gleich richtig ein und schaffte es auf Platz eins der US-Charts.

Supremes
Mary Wilson (Mitte) und die beiden anderen Supremes Florence Ballard (l.) und Diana Ross 1964 in London.
© Pa/PA Wire / DPA

Von da an landeten sie Hit um Hit: "Baby Love", "Stop! In The Name Of Love", "Back In My Arms Again", "I Hear a Symphony", "You Can’t Hurry Love" und "You Keep Me Hangin' On" - alle diese Lieder eroberten die Spitze der Charts in den USA sowie vielen anderen Ländern, und noch heute kennt sie fast jedes Kind. 

1967 verließ Florence Ballard die Gruppe, da Diana Ross immer mehr in den Vordergrund rückte. Sie wurde ersetzt durch Cindy Birdsong, das Ensemble nannte sich nun Diana Ross & The Supremes. 1970 verließ Ross die Band und startete eine Solokarriere. Die Supremes machten ein paar Jahre mit unterschiedlicher Besetzung weiter, doch als das letzte verbliebene Gründungsmitglied Mary Wilson 1976 die Gruppe verließ, war es vorbei. 

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Wilsons Solokarriere verlief weniger erfolgreich. Ihr Privatleben war von einem großen Unglück überschattet: 1994 erlitt die Sängerin einen schweren Autounfall, bei dem ihr damals 14-jähriger Sohn Rafael starb. Wilson überlebte schwer verletzt. Nun tritt auch sie ab: Mary Wilson ist am 8. Februar im Alter von 76 Jahren in Las Vegas gestorben.


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