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Peter Licht: Niedlich-subversiver Abgesang

Auf seinem dritten Album besingt Peter Licht in niedlichen Liedern das Ende des kapitalistischen Wirtschaftssystem. Was musikalisch harmlos wirkt, entwickelt gerade durch diese scheinbare Naivität eine subversive Wirkung.

Der Kapitalismus, der alte Schlawiner - am Ende, und trotzdem haben wir Spaß dabei. Mit musikalisch erfrischender Naivität und reichlich poetischem Hintersinn besingt der Kölner Musiker Peter Licht den Abgesang auf ein gescheitertes Wirtschaftssystem. "Wer tot ist/Geht auf die Nerven/Da kann man nix machen" singt Licht im wohl eingängigsten Lied auf dem Album "Lieder vom Ende des Kapitalismus".

"Jeder Slogan hat etwas Holzschnittartiges und Stumpfes und natürlich auch etwas Ungerechtes. Es liegt in der Natur der Slogans, dass sie immer ebenso falsch sind, wie sie richtig sind", erklärt Licht die Doppelbödigkeit seiner Texte. Mit einem Titel wie "Benimmunterricht (das Arbeitgeberpräsident)" oder Zeilen wie "wer saufen kann, der kann auch ausschlafen" deutet der Rheinländer an, dass hinter seinen niedlichen Melodien oft ein subversiver Inhalt steckt.

Kleiner Hit mit "Sonnendeck"

Vor ein paar Jahren hatte Licht einen Undergroundhit mit dem Song "Sonnendeck", auf seinem zweiten Album befanden sich so großartige Songs wie "Safarinachmittag" oder "Die Geschichte vom Sommer", die - wenn es auf dieser Welt Gerechtigkeit gäbe - große Hits hätten werden müssen. "Lieder vom Ende des Kapitalismus" ist nun sein dritter Streich. Musikalisch bewegt sich Licht darauf im LoFi-Bereich, irgendwo zwischen Gitarre, Klavier, Elektrobass, Mehrspurrekorder, aber auch Cello, Kontrabass, Glockenspiel und alten analogen Synthesizern. Neben dem Album gibt es auch das "Buch vom Ende des Kapitalismus" - eine Sammlung mit Geschichten, Gedichten, Slogans, Songtexten und Zeichnungen.

che/AP

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