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Phoenix: "Wir lieben Berlin"

Nach zwei erfolgreichen Alben stehen Phoenix in den Startlöchern für ihr drittes Werk. Für die Aufnahmen ziehen die Franzosen in die deutsche Hauptstadt, wie Bandmitglied Laurent Brancowitz gegenüber stern.de verriet.

Von Carsten Heidböhmer

Das Leben hat es mit Phoenix bislang gut gemeint: Gleich mit ihrem ersten Album "United" avancierte die französische Band zum Kritikerliebling, und auch die Herzen des Publikums eroberte das Quartett im Sturm. Danach ließen sich die Pariser viel Zeit; vier Jahre gingen ins Land, ehe der Nachfolger in den Läden stand. Davon beanspruchte die Studioproduktion allein zwei volle Jahre.

Dieser lange Entstehungsprozess war für die Band offensichtlich so quälend, dass das neue Album jetzt unter gegensätzlichen Bedingungen entstehen soll: Ohne große Vorbereitung oder fertige Songs will man ins Studio gehen und die neue Platte ganz spontan einspielen. „Das letzte Album dauerte zwei Jahre, und wir finden, dass zwei Wochen besser sind“, sagte Keyboarder und Gitarrist Laurent Brancowitz gegenüber stern.de. "Wenn du zu viel Zeit hast, findest du kein Ende und wirst aus dem schöpferischen Prozess herausgerissen."

Neuer Sound aus Ostberlin

Als Produktionsort wählten die Franzosen ausgerechnet ein Studio in der deutschen Hauptstadt: "Wir mögen deutsches Equipment, und wir lieben Berlin", so Brancowitz. Wer jetzt vermutet, die Band wolle in die Fußstapfen David Bowies treten, der in den späten 70er Jahren in der Mauerstadt mit "Low" und "Heroes" zwei seiner besten Alben produzierte, liegt daneben: Mit dem düsteren Sound dieser Platten haben Phoenix nichts im Sinn. So wählte die Gruppe dann auch nicht die legendären Hansa Studios in Westberlin, sondern entschied sich für ein Studio, das früher dem Ostdeutschen Rundfunk gehörte. Davon erhoffen sich die Musiker vor allem einen anderen Sound: "Viele Studios klingen gleich".

Für die Dauer der Aufnahmen wollen sie in den Ostteil der Stadt ziehen, "Nähe Alexanderplatz". Die Franzosen wollen sich von dem Berliner Nachtleben inspirieren lassen. So darf man gespannt sein, wie sich auf dem neuen Album preußisches Großstadttreiben und französischer Esprit vereinen.

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