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Jubiläum Ringo Starr: Der Schlagzeuger der Beatles wird 80

Ringo Starr - auch an seinem 70. Geburtstag wird der Ex-Beatle hinter dem Schlagzeug sitzen
Ringo Starr - auch an seinem 70. Geburtstag wird der Ex-Beatle hinter dem Schlagzeug sitzen
© AP
Als Schlagzeuger der Beatles gehörte er in den 60er Jahren zur berühmtesten Musikgruppe der Welt. Jetzt wird der Spaßvogel der Fab Four 80 - und trommelt auch an seinem Geburtstag munter weiter.
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Es war nicht der clevere John Lennon, nicht Paul McCartney, der Liebling aller Schwiegermütter. Und schon gar nicht der stille George Harrison. Stattdessen flogen Ringo Starr während der "Beatlemania" Mitte der 60er Jahre der größte Teil der Mädchenherzen zu. Das hat er wohl gleichermaßen seinem traurigen Dackelblick wie seinem frischen Humor verdanken. Doch sein Anteil am Erfolg der Fab Four geht weit darüber hinaus: Auch als Schlagzeuger und Sänger trug er seinen Teil zum Erfolg der Beatles bei - wenngleich dieser Aspekt lange Zeit gerne unterschlagen wurde.

Dass aus Ringo Starr einmal der berühmteste Schlagzeuger der Welt werden würde, war bei seiner Geburt alles andere als wahrscheinlich. Als Richard Starkey kam er am 7. Juli 1940 in dem tristen Liverpooler Arbeiterviertel Dingle auf die Welt. Sein Vater war ursprünglich Hafenarbeiter, später arbeitete er in einer Bäckerei. Seine Eltern ließen sich früh scheiden. Der kleine Richard war von schwacher Konstitution und musste wegen einer schweren Tuberkulose mehrere Jahre im Krankenhaus verbringen.

1960 traf er die Beatles

Seine musikalische Karriere begann er nach gescheiterten Anläufen als Botenjunge, Barkeeper und Schreiner 1959 bei der Liverpooler Band Rory Storm And The Hurricanes. Aus dieser Zeit stammt auch sein Künstlername: Ringo nannte er sich wegen der vielen Ringe an seiner Hand, Starr leitet sich von seinem Nachnamen ab. Bei einem Gastspiel im Hamburger Star Club traf er 1960 erstmals die Beatles, die ihn zwei Jahre später für den untalentierten Pete Best als Schlagzeuger in ihre Band aufnahmen.

Doch auch Starr war auf seinem Instrument kein Überflieger: Die Legende besagt, dass auf der ersten Beatles-Single "Love me do" an seiner Stelle ein Studiomusiker trommelte. Im Laufe der Jahre entwickelte Ringo Starr jedoch seinen eigenen Stil, der den Sound der Gruppe maßgeblich prägte. Seine begrenzten Fähigkeiten setzte er derart effektiv ein, dass man noch heute den "Ringo-Sound" heraushört. Gut möglich, dass seine Eigenheiten daraus resultieren, dass ihn seine Großmutter gewaltsam vom Links- zum Rechtshänger umerzogen hat.

Lange galt er als schlechter Schlagzeuger

Lange galt Starr wegen seiner technischen Limitierung als schlechter Schlagzeuger. Von Muhammad Ali ist etwa das Zitat überliefert, sogar sein Hund spiele besser Schlagzeug. Seine Bandmitglieder konterten derartige Geringschätzung immer mit dem Hinweis, Ringo sei der beste Schlagzeuger der Welt. Inzwischen ist er auch in der Fachwelt rehabilitiert: Zahlreiche Experten und Profimusiker erkennen seine Leistung an und verehren ihn für sein charakteristisches Trommelspiel, das ihn bis heute unverwechselbar gemacht hat.

Als Komponist trat er kaum in Erscheinung. Nur wenige Beatles-Songs stammen aus seiner Feder: "Don't Pass Me By" und "Octopus's Garden" schrieb er allein, an "What goes on", "Flying" und "Dig It" war er als Co-Autor beteiligt. Dafür sang er auf jedem Album - mit Ausnahme von "Let it be"</lin k> - mindestens ein Lied, darunter Klassiker wie "With A Little Help From My Friends" und "Yellow Submarine". Auch jenseits der Musik setzte er Akzente: Ohne Ringos humoristische Einlangen wären die ersten beiden Beatles-Spielfilme, "A Hard Days Night" und "Help" nur halb so komisch.

Auch die Beatles-Pressekonferenzen lebten von Ringos schlagfertigen Antworten, mit denen er die Journalisten stets aufs Neue narrte - für die damalige Zeit ein unerhörtes Benehmen. Selbst die Königin Elizabeth II. wurde Opfer seiner Respektlosigkeit: Als sie den Beatles 1965 den "Order of the British Empire" verlieh, wollte sie wissen, wie lange die Band schon zusammen musiziert. Ringos Antwort: "Seit 40 Jahren etwa."

Nach der Auflösung der Band 1970 gelang ihm zunächst eine überraschend erfolgreiche Solokarriere. Der musikalisch stets unterschätzte Schlagzeuger feierte mit seinen Platten große Erfolge. Das selbstbetitelte Album "Ringo" erreichte 1973 Platz zwei der britischen Charts. Im gleichen Jahr schafften es zwei seiner Singles, "Photograph" und "You're Sixteen", sogar an der Spitze der Hitparaden. Immer wieder half er auf den Soloalben der anderen Ex-Beatles aus und blieb auf diese Weise seinen Bandkollegen lebenslang verbunden.

Seit 1988 ist er trocken

Parallel zu seinen musikalischen Aktivitäten versuchte sich Starr in den 70er Jahren auch als Filmschauspieler. Dabei deckte er die unterschiedlichsten Genres ab. So übernahm er 1971 eine Rolle in dem Spaghetti-Western "Blindman", 1972 trat er in Frank Zappas Avantgarde-Film "200 Motels" auf und auch in Ken Russels durchgeknallter Komponistenbiografie "Lisztomania" wirkte er 1975 mit. 1980 lernte er bei den Dreharbeiten zur Komödie "Caveman - Der aus der Höhle kam" seine zweite Frau Barbara Bach kennen, die als Bond-Girl in dem Film "Der Spion, der mich liebte" bekanntgeworden war. 1981 heirateten die beiden - und sind bis heute verheiratet. Glücklich, wie es heißt. In den ersten Jahren ihrer Ehe führte das Paar ein ausschweifendes Jet-Set-Leben - Alkohol- und Partyexzesse inklusive. Doch 1988 machten die beiden erfolgreich eine Alkoholentziehungskur und sind bis heute trocken.

Aus der ersten, 1975 geschiedenen Ehe mit Maureen Cox stammen die Söhne Zak und Jason sowie die Tochter Lee. Zumindest Zak ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten: Er lernte bei Keith Moon trommeln, dem 1978 verstorbenen Schlagzeuger von The Who, bei denen er inzwischen regelmäßig hinter den Drums sitzt. Von 2004 bis 2008 spielte er auch bei der Brit-Pop-Band Oasis.

Die Musik ist also in seinem Leben geblieben. Bis jetzt. Und so wird er vermutlich auch seinen 80. Geburtstag musikalisch begehen. Happy Birthday, Ringo Starr!


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