HOME

Rock: Steve Wynn & The Miracle 3: "Static Transmission“

Voller Inspiration und Tatendrang präsentiert sich das Musiker-Urgestein Steve Wynn mit seiner Band The Miracle 3. Das neue Album bietet opulente Balladen ebenso wie treibende Rocknummern.

"Sometimes you don't find the magic it just finds you", singt Steve Wynn und meint damit vielleicht seine eigene Situation. Nach dem Bruch von Dream Syndicate suchte er über zehn Jahre lang mehr oder weniger erfolgreich nach seiner alten Form: Zwar versprühte er live auf der Bühne noch die gleiche Intensität wie früher, doch die Solo-Projekte - mit ständig wechselnden Begleitbands - waren nach dem herausragenden Debüt "Kerosene Man" eher durchwachsen. Erst die letzte Platte "Here Come The Miracles" deutete als Studio-Doppelalbum an, dass Wynn wieder voller Inspiration und Tatendrang steckt. "Static Transmission" entstand nun in exakt der gleichen Besetzung.

Anklänge an die Stones und John Lennon

Dass die Plattenfirma "Here Come The Miracles" und "Static Transmission" mit den Stones-Klassikern "Exile on Main Street" und "Sticky Fingers" vergleicht, mag weit hergeholt sein, doch auf ihrer jüngsten Tournee demonstrierten Wynn und die Miracle 3 eindrucksvoll, dass sie momentan Riesenspaß an der Musik haben. Die Eröffnung von "Static Transmission" erinnert trotz des Stones-Vergleichs eher an John Lennon: Eine ruhige Ballade, getragen von einem Piano und Wynns erzählender Stimme, auf "Maybe Tomorrow" scheut er auch den Einsatz von Streichern nicht.

Aber auch die raue Seite kommt auf dem abwechslungsreichen Album nicht zu kurz, allen voran auf dem treibenden "Amphetamine", das mit seinen ausufernden, brachial verzerrten Gitarren-Stakkatos an Wynns Klassiker "Days of Wine and Roses" des gleichnamigen Dream-Syndicate-Erstlings erinnert.

Walter Willems
Themen in diesem Artikel