ROCKMUSIK Reise durch Amerikas Musiklandschaften


Obwohl er zu den großen amerikanischen Songschreibern gehört, ist John Hiatt vergleichsweise unbekannt geblieben. Dabei verfügen nur wenige über ein so breites Arsenal an Stilen und Ausdrucksmöglichkeiten.

Seine Stücke sind von zahllosen legendären Musikern gecovert worden. Künstler wie Bob Dylan, Iggy Pop, Joe Coker, Paula Abdul oder die Everly Brothers schmückten ihre Alben mit seinen Kompositionen. Auch Eric Clapton feierte noch kürzlich John Hiatts Song »Riding with the King« auf seiner gleichnamigen Platte große Erfolge.

Erst später Durchbruch

Hiatt selbst wurde erst sehr spät als Musiker wahrgenommen. Trotz einer regen Album-Produktion (bis heute sind es 16) dauerte es bis1987, bis er einem größeren Publikum bekannt wurde. »Bring the Family« hieß das damalige Werk. Seither hat sich wenig verändert: Alle paar Jahre gibt es eine neue Veröffentlichung auf konstantem Niveau. Zuletzt überraschte er mit seinem akustischen Album »Crossing Muddy Waters«, für das er sogar eine Grammy-Nominierung als Best Folk Album erhielt.

Souveräne Verfügung über verschiedene Stile

Nun steht »The Tiki Bar Is Open« auf der Tagesordnung. Für das Album hat er seine langjährigen Weggefährten, The Goners, als Begleitband reaktiviert. Einmal mehr präsentiert sich John Hiatt hier als großer amerikanischer Künstler, der souverän alle Strömungen traditioneller Musik aufgreift und in seine Songs einfließen lässt.

Bei aller Härte sanft

Die Stücke changieren zwischen Rock 'n' Roll, Rhytm & Blues, Country, Folk und Soul. Von sanfter Akustik bis zu feedback-getränktem Sound ist hier alles drin. Neben seinen gewohnten songschreiberischen Qualitäten besticht John Hiatt hier besonders durch gefühlvollen Gesang, der auch den härteren Stücken immer einen Hauch Sanftheit verleiht. Abgerundet wird das elf Stücke umfassende Album durch einen ausgefeilten Sound, für den Produzent Jay Joyce verantwortlich ist.


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