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Rolling Stones: Mit großem Bang durch Europa

Nach sechswöchiger Verzögerung starten die Rolling Stones in Mailand ihre Europa-Tour "A Bigger Bang". Besonders freuen sich die Rock-Opas auf Deutschland.

"Sorry, wir haben uns ein bisschen verspätet", meinte Frontman Mick Jagger gut gelaunt bei einem kurzen Pressetermin am Montagabend. Entspannt zeigte sich auch Keith Richards, 62, der im Frühjahr auf den Fidschi-Inseln von einem Baum gestürzt war und am Kopf operiert wurde. "Alles cool", meinte er und äußerte sich erstmals zu seinem Unfall: "Es war keine Kokospalme gewesen. Wenn Sie den kleinen Baum sehen könnten, würden Sie es nicht glauben", feixte der Gitarrist.

Zum Konzert am Dienstagabend im Mailänder San-Siro-Stadion werden 60 000 Fans erwartet. Die Proben auf der 30 Meter hohen Stahlrohr-Bühne in dem Fußball-Stadion seien ohne Probleme verlaufen, hieß es. "Vor der Probe hat Mick Jagger eine Stunde Gymnastik gemacht", meldete eine römisches Zeitung. Der 62 Jahre alte Sänger habe sogar seinen persönlichen Gymnastiktrainer mit auf Tour genommen.

Besonders freue er sich auf die geplanten Auftritte in Deutschland, meinte Jagger scherzend: "Die Deutschen sind ein großartiges Publikum. Sie klatschen immer pünktlich Beifall." Dann verriet der ganz seriös in einem beigen Anzug Gekleidete: "München ist einer meiner liebsten Städte."

Neue Deutschland-Termine

Einige Deutschland-Auftritte mussten wegen des Unfall von Richards gestrichen werden. Jetzt sind in folgenden Städten Auftritte geplant: München (16.7.), Hannover (19.7.), Berlin (21.7.), Köln (23.7.) und Stuttgart (3.8.), teilten die Veranstalter mit. Außerdem gehe es unter anderem nach Wien, Paris und Amsterdam, im August dann auch ins heimische Großbritannien.

Dauer-Erfolg sei "ein Wunder"

Richards, gekleidet mit einem bunten Schal über einem grauen T- Shirt, fiel durch kurze Antworten auf tiefgründige Fragen auf. "Was bedeutet Ihnen Erfolg?", wollte ein Reporter wissen. Richards: "Weitermachen zu können." Ein andere Frager wollte die Ursachen des Dauer-Erfolgs des Rock ’n’ Rolls erfahren. Richards: "Ein Wunder". Mit-Gitarrist Ronnie Wood, der kürzlich erneut wegen Alkoholproblemen Schlagzeilen gemacht hatte, und der inzwischen völlig ergraute "Gruppenälteste", Drummer Charlie Wood, 65, sagten dagegen bei dem Presseauftritt kein einziges Wort.

Titelauswahl bleibt Geheimnis

Welche Songs am Dienstagend gespielt werden, blieb ein Geheimnis. Neben Stücken aus der neuen CD "A Bigger Bang" seien auch wieder "einige Klassiker" dabei, hieß es. Zum Auftakt ihrer Welttournee vor einem Jahr in den USA hatten die Stones wieder einmal vor allem mit ihren "Oldies" wie "Sympathy For The Devil" und "Honky Tonk Woman" wahre Beifallsstürme entfacht.

Seitdem hatte die Band, die seit gut 40 Jahren im Geschäft ist, erstmals in China (Schanghai) gerockt und einen Gratis-Auftritt am Strand von Copacabana in Rio de Janeiro gefeiert. In Brasilien hatten sich im Februar 1,2 Millionen Fans versammelt - niemals zuvor hatten die Stone vor einem so großen Live-Publikum gespielt.

DPA / DPA