ESC-Pleite
Sarah Engels: „Ich möchte nicht, dass Deutschland traurig ist“

Sarah Engels läuft mit einer Deutschlandflagge über die Bühne
Für Sarah Engels war der ESC „ein großes Fest“
© GEORG HOCHMUTH / Picture Alliance

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Sarah Engels landete beim ESC bloß auf dem 23. Platz. Trotz der Pleite zeigte sich die Sängerin nach dem Wettbewerb selbstbewusst.

Deutschland landete beim diesjährigen ESC in Wien auf einem der hinteren Plätze. Sarah Engels belegte mit ihrem Song „Fire“ Platz 23 von 25. Die Sängerin bekam keine Punkte vom Publikum und nur zwölf Punkte von den Jurys. Trauer oder Enttäuschung waren bei der Künstlerin allerdings nicht zu spüren. „Für Deutschland beim weltweit größten Musikwettbewerb zu singen, ist eine Ehre – ganz unabhängig davon, wie am Ende die Platzierungen ausfallen“, erklärte Engels in der Nacht zu Sonntag in einer vom Südwestrundfunk (SWR) verbreiteten Erklärung.

Sarah Engels will Leichtigkeit vermitteln

Sie und ihr Team hätten alles gegeben, sagte sie bei einem Statement kurz nach der Show. Sie habe aus Deutschland gerade in letzter Zeit viel Unterstützung erfahren. „Ich glaube, das ist kein Geheimnis, dass Deutschland generell es sehr, sehr schwer hat beim Eurovision“, sagte die 33-Jährige, die mit ihrem Song „Fire“ angetreten war. Es bestehe kein Grund zur Enttäuschung. „Ich möchte nicht, dass Deutschland traurig ist.“

Sie danke allen, die an sie geglaubt haben, erklärte Engels. Es sei für sie „ein großes Fest“ gewesen. „Deshalb habe ich mir über Platzierungen von Beginn an nicht den Kopf zerbrochen.“ Ihre Teilnahme sei eine unglaubliche Erfahrung, von der sie später sicher ihren Enkelkindern erzählen werde. Es gehe ihr darum, Leichtigkeit und Angstfreiheit weiter vorzuleben. Sie sei das Risiko einer ESC-Teilnahme eingegangen, aber der Ausgang ändere nichts. „Meine Familie wird mich morgen genauso in den Arm nehmen wie gestern“, sagte Engels. 

Anders als die deutsche Starterin zeigte sich SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler enttäuscht von der Platzierung. Engels habe mit großer Leidenschaft, hoher Professionalität und enormer Bühnenpräsenz einen überzeugenden Auftritt hingelegt. Sie sei eine würdige Vertreterin des Landes gewesen, die Anerkennung und Respekt verdient habe. „Wir wollten beweisen, dass Deutschland eine Performance auf hohem Niveau an den Start bringt. Trotzdem sind wir natürlich enttäuscht über die Platzierung, auch wenn für uns diese eine Zahl nicht im Fokus stand.“

Der Überraschungssieg Bulgariens zeige, dass Erfolg nicht planbar sei. An der deutschen Tradition, den ESC-Teilnehmer durch das TV-Publikum auswählen zu lassen, sehe er zunächst keinen Änderungsbedarf, sagte Bratzler. Aber eine künftige senderinterne Auswahl sei auch nicht auszuschließen.

Der SWR hatte innerhalb der ARD in diesem Jahr erstmals die Federführung beim ESC – in den Vorjahren war der Norddeutsche Rundfunk zuständig.

AFP · DPA
lhi

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