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Interview im stern: Sido: "Jan Böhmermann war einfach nur ein Opfer"

Der Rapper Sido hat ein neues Album mit dem Titel "Das goldene Album" herausgebracht. Interviews dazu lehnte er kategorisch ab. Für den stern machte er eine Ausnahme und sprach über rechte Gewalt und Medienklischees im HipHop.

Sido Jan Böhmermann

Sido glaubt, dass Jan Böhmermann in der Schule früher selbst gerne Rapper geworden wäre

"Das goldene Album". Nach Understatement klingt das nicht. Das würde sowieso nicht zu Sido passen. Mit der Presse wollte er eigentlich gar nicht über die neue Platte reden. Doch für den stern hat er eine Ausnahme gemacht.

Der Rapper kritisiert in seinem neuen Lied "Masafaka", die Berichterstattung über sein Musikgenre. Sidos Meinung nach berichten die Medien oft nicht objektiv: "Rapper sind immer sexistisch, immer Schwulenhasser, oft dumm. Ein Beispiel: Wenn bei RTL 2 irgendwo ein Asozialer durch die Gegend rennt, dann läuft im Hintergrund immer ein Song von mir oder Bushido. Und dann fühle ich mich und meine Musik nicht sonderlich ernst genommen."

Sido über die Szene: "Heute trinken alle nur Gin Tonic"

Das Phänomen Pegida und die AfD kann sich Sido "superschnell" erklären. Er selbst sagt, er setze zwar immer wieder politische Statements, will aber "keine großen Reden schwingen". Schließlich sei er nicht die Bundeskanzlerin.

Außerdem attestiert Sido dem Moderator Jan Böhmermann "ein gewisses Können und auch ein gutes Gespür für Punchlines." Aber Sido ist sich sicher: "Der Mann wollte früher in der Schule gerne selbst Rapper sein und mit den coolen Jungs abhängen, war aber einfach nur ein Opfer."

Auf die Frage, was er manchmal vermisst, antwortet Sido: "Kiffen war früher das sechste Element im HipHop. Früher war Kiffen noch wichtig, Heute trinken alle nur Gin-Tonic." Zudem sei in der HipHop-Szene damals alles kleiner gewesen und langsamer. Sido: "Heute geht es mehr ums Geschäft und weniger um die Musik."