HOME

Silbermond: Vier auf dem Weg nach oben

Vor einem Jahr noch dürften die meisten Menschen hinter "Silbermond" eine Erscheinung am Nachthimmel vermutet haben - inzwischen zählt die gleichnamige Band zu den bekanntesten des Landes.

So schnell kann es gehen. "Silbermond" die Vorzeigeband aus Bautzen hat den Durchbruch geschafft. Noch vor einem Jahr waren die vier selbst in ihrer Heimatstadt gänzlich unbekannt. Heute sind die jungen Musiker gleich vier Mal den Musik-Preis Echo, der an diesem Samstag verliehen wird, nominiert - unter anderem als beste Nachwuchskünstler und als beste nationale Rock-Pop-Gruppe. So richtig fassen können sie vermutlich noch nicht, was da gerade mit ihnen passiert. "Wenn man sich das am Abend bei einem Bierchen oder einem Glas Wein durch den Kopf gehen lässt: Das ist schon der Wahnsinn", sagt Gitarrist Thomas Stolle.

170 Auftritte im vergangenen Jahr

Mehr als 500.000 Mal hat sich das Debütalbum "Verschwende Deine Zeit" inzwischen verkauft. Mit Bands wie Juli oder Wir sind Helden zählen Silbermond zu den prominentesten Vertretern des neuen deutschen Pop-Wunders, das der schwächelnden Plattenindustrie wieder Hoffnung auf eine bessere Zukunft eingehaucht hat. 170 Auftritte absolvierten Sängerin Stefanie und ihr drei Kollegen im vergangenen Jahr, auch in diesem Jahr tourt die Band kräftig durch Deutschland und das umliegende Ausland.

Mitte April startet die nächste Tour und im Juni werden Silbermond unter anderem bei den Festivals "Rock im Park" und "Rock am Ring" auftreten. Die Musiker, die zwischen 20 und 22 Jahre alt sind und inzwischen in Berlin leben, werden dann vor mehreren Zehntausenden Menschen auftreten. "Das wird aufregend" sagt Thomas Stolle. Auf der Bühne fühlen sich die "Monde" so richtig wohl. "Wir sind eine absolute Live-Band."

Unterwegs in Skandinavien

Vor dem Open-Air-Sommer gehen die Nachwuchs-Rocker aber noch im Auftrag des Goethe-Instituts auf Skandinavien-Tour, um Werbung für Deutschland zu machen. Vom 9. bis 13. Mai machen sie Station für vier Konzerte in Kopenhagen, Oslo, Stockholm und Helsinki. Als junge und aufregende Band können sie mit ihrer Musik Jugendlichen dort vielleicht einen Anstoß geben, deutsch als Fremdsprache zu lernen, sagt Rainer Fußgänger vom Goethe-Institut in Stockholm den Gedanken dahinter. "Hier kennen die Schüler bislang eigentlich nur Rammstein", so Fußgänger.

Die Silbermond-Mitglieder wollen sich vorerst voll auf ihre Musik konzentrieren. Erstes Material für ein neues Album gebe es bereits, erzählt Stolle. Unter Erfolgsdruck sehen sich die Musiker nicht. Kein Wunder, hatte der Gitarrist doch schon im vergangenen Sommer und damit vor dem ganz großen Durchbruch der Band die Maxime ausgegeben: "Natürlich ist es uns lieber, wenn 10.000 Leute das Album kaufen als nur zehn Leute. Aber wichtig ist, dass du mit dir zufrieden bist."

Marc Strehler/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel