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"Sing meinen Song": Lena patzt und ist doch die Siegerin

"Sing meinen Song" beschallte die Zuschauer einen ganzen Abend lang mit der Musik von Silbermond. Da brach sogar Sängerin Stefanie Kloß in Tränen aus. Für den Tiefpunkt des Abends sorgte Lena Meyer-Landrut - die trotzdem gewann.

Lena Meyer-Landrut bei "Sing meinen Song"

Lena Meyer-Landrut hat bei "Sing meinen Song" den Text vergessen und musste zweimal ansetzen.

Der Erfolg von "Sing meinen Song" ist schon ein kleines Wunder im deutschen Fernsehen. Die Show stützt sich auf ein denkbar einfaches Konzept: Die Kamera schaut einfach nur Künstlern beim Musizieren und Plaudern zu. Mehr nicht. In den besten Momenten schafft die auf Vox laufende Sendung Großartiges: Es entsteht eine Magie, und der Zuschauer findet plötzlich Gefallen an Künstlern, die er eigentlich gar nicht mag.

Weil aber vor allem massentaugliche Musiker eingeladen werden, versammelt sich unter dem südafrikanischen Nachthimmel Deutschlands kleinster gemeinsamer Nenner in puncto Unterhaltungsmusik - und das kann mitunter auch ganz schön langweilig werden. Am Dienstagabend stand das Werk von Stefanie Kloß und Silbermond im Mittelpunkt, einer Band, über die "Spiegel Online" einst schrieb, sie spende der deutschen Jugend "Erbauung und ein spießiges Weltbild. (...) Ein endloses Salben und Salbadern, das man im Kopf nicht aushält."

Lena Meyer-Landrut überzeugte - zumindest Stefanie Kloß

Entsprechend zäh gestaltete sich der Abend. Am unterhaltsamsten war Lena Meyer-Landrut, die sich zum Auftakt mit ihrem dünnen Stimmchen an "Durch die Nacht" versuchte, dabei aus dem Konzept geriet und neu ansetzen musste. Text vergessen, schlecht gesungen - in den Augen von Stefanie Kloß war das trotzdem der Song des Abends. Die Trophäe musste sie sich allerdings mit Mark Forster teilen, der "Irgendwas bleibt" wenig originell in einen typischen Mark-Forster-Song verwandelte.

Dabei gab es an dem Abend deutlich Interessanteres zu hören. So zeigten sich The BossHoss von einer ganz neuen Seite: "Weiße Fahne" verwandelten sie nicht in eines ihrer Stimmungslieder, sondern spielten den Song ruhig und sentimental. Und Moses Pelham unterlegte den Silbermond-Überhit "Symphonie" mit ein paar frischen Beats.

Pelhams Performance war es dann auch, der für den eigentlichen Höhepunkt des Abends sorgte. Stefanie Kloß wurde sentimental und verdrückte ein paar Tränchen: "Man vergisst das nach so vielen Jahren, dass das nichts Selbstverständliches ist: Dieses Band-Ding ist schon was echt Gutes."

Es folgte ein gemeinsames Gruppenkuscheln und das ist ja auch was Schönes. Es muss ja nicht immer Musik sein.