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"Sing meinen Song" Sie kam mit 17 in die Psychiatrie – das traurige Geheimnis der Stefanie Heinzmann

"Sing meinen Song"
Das Werk von Stefanie Heinzmann stand im Mittelpunkt der fünfen Folge von "Sing meinen Song" - und die Schweizerin genoss es sichtlich.
© Markus Hertrich / TV Now
Die Musikshow "Sing meinen Song" bietet die Gelegenheit, das Werk eines Künstlers kennenzulernen - und auch den Menschen. Stefanie Heinzmann sorgte am Dienstagabend für einige Überraschungen.

Als sie auf ihre Filmvorlieben zu sprechen kam, da konnte Gentleman nicht mehr an sich halten: Dass Stefanie Heinzmann gerne Horrorfilme mag, das passt in den Augen des Reggae-Künstlers nicht zu ihrem Charakter. "Du hast so einen reinen Spirit. Ich will mich die ganze Zeit neben dir waschen", sagte der Sänger. 

Es war nicht der einzige Moment dieses Abends, an dem die anwesenden Musiker eine andere Seite von Heinzmann entdecken konnten. Jener Frau, die als die gute Seele der Gruppe wahrgenommen wird. Die eine ansteckende Positivität verströmt und gleichzeitig fest in sich zu ruhen scheint. 

Das war allerdings nicht immer so, wie die Schweizerin in der am Dienstagabend ausgestrahlten Ausgabe von "Sing meinen Song" erzählte. Mit 17 Jahren habe sie sich selbst in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen, so Heinzmann. 

Stefanie Heinzmann: Mit 18 ging alles los

Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls musste sie starke Medikamente nehmen. Gleichzeitig habe sie kaum noch Nahrung zu sich genommen und zeitweise nur noch 42 Kilo gewogen. Irgendwann habe sie angefangen sich zu verletzen, um überhaupt noch etwas zu spüren. Als sie nicht mehr weiterwusste, entschied sie sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Rund drei Monate blieb sie dort, die Schweizerin aus dem Kanton Wallis. An ihrem 18. Geburtstag kam sie raus - und es folgte ein Jahr, das sie bis heute prägt. Zunächst wurde sie erfolgreich operiert und konnte die Schmerztabletten absetzen. Vor allem aber war es ihre Teilnahme an der von Stefan Raab ausgerichteten Talentshow "SSDSDSSWEMUGABRTLAD", die Heinzmann 2008 gewann und schlagartig bekannt machte.

Dass sie auch 13 Jahre später noch ihr Geld als Musikerin verdient, hätte Heinzmann damals nie zu träumen gewagt: "Halt den Ball flach. Wen kennst du aus einer Castingshow?", habe sie sich damals gesagt.

Diesmal keine Tränen bei "Sing meinen Song"

Es ist vor allem ihrem Talent zu verdanken, dass sie dies geschafft hat. Das ließ sich im Laufe des Abends nachvollziehen, als nacheinander alle Stars ihre Lieder sangen. Den Anfang machte Ian Hooper mit "All we need is Love", Nura folgte mit Heinzmanns Debüt-Single "My Man Is a Mean Man", der sie einen entspannten Reggae-Vibe verpasste. 

Gastgeber Johannes Oerding veredelte "Diggin' in the Dirt" mit einem Gitarrensolo, Gentleman gab "Little Universe" zum Besten, Joris übertrug "In the End" ins Deutsche und packte eigene Zeilen hinzu, die größte Freude aber bereitete ihr der Auftritt ihres Landsmannes DJ BoBo, der sich "Shadows" angeeignete. 

"DJ BoBo hat einen Song von mir gesungen!" rief die Schweizerin immer wieder aus - als sei sie nicht die große Stefanie Heinzmann, sondern eine unbekannte Nachwuchssängerin, die zufällig in diese Sendung geraten ist.

Das sind die diesjährigen Teilnehmer der siebten Staffel von "Sing meinen Song" 2020.

So war es ein wunderschöner Abend, an dem im Vergleich zu den Vorwochen ungewöhnlich wenige Tränen vergossen wurden. Stattdessen machte sich ein großes Glücksgefühl breit: "Ich werde nur beschenkt!", sagte Heinzmann am Ende beseelt. Johannes Oerding bekam abschließend die Gitalele als Preis für die beste Performance des Abends.

Und auch die Zuschauer dürfen sich letztlich beschenkt fühlen. Durften sie doch für zwei Stunden an der heilsbringenden Kraft der Musik teilhaben - die eine junge Schweizer Schülerin mit großen Problemen innerhalb kürzester Zeit in eine erfolgreiche und glückliche Künstlerin verwandelt. 


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