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Swing: Im Wipp-Bereich

Der Erfolg von Michael Bublé ist direkt unheimlich. Genau wie der von Roger Cicero. Die Musikindustrie jubelt: Wenn nichts mehr geht - Swing geht immer

Von Tobias Schmitz

Ermutigung sieht anders aus: "Michael", sprach der hochwichtige Musikproduzent David Foster, "du bist ein toller Typ. Du hast Talent. Aber ich werde niemals eine Platte mit dir machen. Zu riskant. Swing will kein Mensch." Michael Bublé starrte sein Gegenüber an. Talent ja, CD nein. Die Karriere im Orkus, noch bevor sie überhaupt begonnen hat. Verdammt! Da regte sich in David Foster so etwas wie ein Gefühl. Mitleid etwa? "Besorg mir 500.000 Dollar, und du bekommst eine Demo-CD. Kein Geld, kein Album. Verstanden? Auf Wiedersehen!" Er hatte es einfach so dahergesagt. Nicht begriffen, wie ehrgeizig dieser blasse Mann von 25 Jahren war. Bublé klapperte wochenlang Bank für Bank ab. Irgendwann klingelte bei David Foster das Telefon: "Ich habe das Geld zusammen“, sprach Michael Bublé.

Und Swing? Wollte keiner? Knapp verkalkuliert: Mehr als elf Millionen Mal verkauften sich bisher die ersten beiden Platten Bublés weltweit. Jetzt folgt mit "Call Me Irresponsible" der dritte Streich des 31-Jährigen, und es müsste sehr viel schiefgehen, wenn jenes Album keinen neuen Verkaufsrekord aufstellen sollte. Mit sanfter Stimme und hochglanzpolierten Songs surft Michael Bublé stilsicher ganz oben auf der Swingwelle. Nie seit den seligen Zeiten von Frank Sinatra war jenes Genre so populär wie heute – auch und vor allem bei jüngeren Hörern. Für Newcomer wie David Rose oder Robin Mc Kelle verspricht Swing ein fast narrensicheres Erfolgsrezept für gute Verkaufszahlen und volle Konzerthallen zu sein.

Schlingel-Charme plus ironische Texte

Selbst im stocksteifen Deutschland haben Menschen das Fußwippen und Fingerschnippen zur Lebensaufgabe erhoben, allen voran Tom Gaebel und Roger Cicero. Bisher unvorstellbar: Das Land von Ralph Siegel und "Ein bisschen Frieden" schickte mit Cicero tatsächlich einen swingenden Entertainer zum Eurovision Song Contest. Deutschland - ein Mitsummermärchen. "Swing ist eine Musik, die jedem Menschen Gefühle entlocken kann", sagt Roger Cicero. Ihm selbst entlockt etwas ganz anderes Gefühle: seine Verkaufszahlen. Der 36-Jährige war als Jazzsänger zwar geachtet, aber vergleichsweise mäßig erfolgreich. Bis er die Glücksformel fand, nach der sich das Volk offenbar so sehr sehnt: ein fetter Big-Band-Sound, ein Sänger mit "Ich bin aber ein Schlingel"-Charme plus ironische deutsche Texte. Die stammen von Frank Ramond, vom selben Mann also, der schon Fräulein Annett Louisan in die Erfolgsspur schrieb.

Das Album "Männersachen" verkaufte sich inzwischen fast 300 000-mal, die passende DVD steht noch immer in den Top Five der Charts. Im Sommer spielt Cicero das nächste Album ein und verlässt sich logischerweise exakt auf das bewährte Rezept. "Wir machen ja eigentlich Popmusik im Swinggewand", gibt Roger Cicero zu, "vielleicht hat aber der Erfolg von Swing auch etwas mit der Sehnsucht nach der guten alten Zeit zu tun." Ganz sicher aber auch mit dem Hunger nach authentischen Erlebnissen: Livekonzerte sind beliebt wie nie zuvor. Gut arrangierter Big-Band-Swing entfaltet mit einem brillanten Alleinunterhalter an der Spitze eine frappierende Wirkung. Auf Ciceros Konzerten singt das Publikum, als handele es sich um Volksmusik, in schönster Glückseligkeit die Texte mit – in gesitteter, sauberer, drogenfreier, fast familiärer Atmosphäre. Eine komplizierte Lichtshow und teuerster technischer Schnickschnack scheinen überflüssig. "Swing braucht keine großen Effekte", sagt Roger Cicero, "die Musik ist selbst effektvoll genug."

Robbie Williams läutete das Revival ein

Und das seit vielen Jahrzehnten. Nach dem Tod Frank Sinatras war es in den 90er Jahren vor allem Harry Connick jr., der die großen Klassiker wieder einem Massenpublikum nahebrachte. Ausgerechnet Robbie Williams aber bereitete vor sechs Jahren allen nachfolgenden Sängern den Boden: Sein Album "Swing When You're Winning" verkaufte sich weltweit sieben Millionen Mal, davon 1,5 Millionen Mal in Deutschland. Plötzlich wandten sich sogar Teenager dem Genre zu und entdeckten eine neue Welt: Wie bitte? "Mack The Knife" ist gar nicht von Robbie, sondern von einem Kerl namens Kurt Weill? Interessant!

Auch Michael Bublé verlässt sich auf seinem dritten Album vor allem auf die Werke anderer: "The Best Is Yet To Come", "Wonderful Tonight", "That's Life", "I've Got The World On A String", "Me & Mrs. Jones", "I’m Your Man" – wieder wird es demnächst Menschen geben, die nur müde lächeln, wenn ihnen ihre Kinder aufgeregt erzählen, dieser Bublé habe ja tolle Songs geschrieben. Hat er meistens nicht. Er singt sie nur. "Aber genau das ist mir wichtig", sagt Bublé beim Interview in einem Kölner Hotel, "ich will, dass diese großartigen Klassiker nicht in Vergessenheit geraten." Immer nur nachsingen? Schon ganz am Anfang seiner Karriere, als er sein erstes Album dem obersten Boss des Musikkonzerns Warner vorstellte, musste sich Bublé unbequeme Fragen gefallen lassen: "Wieso sollten wir Sie unter Vertrag nehmen", fragte dieser kühl, "wir haben bereits die Alben von Frank Sinatra." Pause. "Ja", antwortete Bublé, "aber Sinatra ist tot, und es gibt so viele Leute, die noch nie etwas aus seinem Repertoire gehört haben. Ich will sein Erbe lebendig halten." Er durfte es.

Längst komponiert er auch selbst: Unmöglich, seiner neuen Single "Everything" zu entkommen. Die klingt freilich gar nicht nach Swing, sondern ist purer Pop. "Mir egal, wie Sie es nennen", sagt Bublé, "es geht mir nicht um Swing, und ich verstehe mich auch nicht als Swing- Sänger. Es geht mir um Melodien. Die Leute sehnen sich nach guten Melodien." Er steht auf, mimt einen Rapper. "Ich habe mich immer gefragt, warum Eminem so viel erfolgreicher als andere Rapper ist", sagt Bublé. Dann singt er Zeilen aus Eminems Song "Lose Yourself": "You better lose yourself in the music/The moment you own it/you better never let it go“. Seine Augen leuchten. "Hören Sie? Es ist gar kein Rap! Es sind gute Melodien!" Vor Bublés Hotel steht ein Bengel mit Baseballkappe und wartet auf seinen Star. Wieso mag ein 20-Jähriger den gepflegten Liebreiz eines kanadischen Showman? "Bublé ist anders", sagt er, "der singt einfach geile Songs. Diese ewig gleichen Gitarrenpunkbands kann ich nicht mehr ertragen."

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Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
  • Tobias Schmitz