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Ehemaliges Popsternchen: Was macht eigentlich … Ricarda Wältken (alias Ricky von Tic Tac Toe)?

Als Ricky gehörte sie in den 90er Jahren zu einer der erfolgreichsten deutschen Girlgroups: Tic Tac Toe.

Tic Tac Toe: Wie geht es dem ehemaligen  Mitglied Ricky?

Die ehemalige Tic-Tac-Toe-Sängerin Ricarda Wältken, 41, in Dortmund, wo sie mit ihrer Tochter und ihrem Freund lebt

Sie haben seit Jahren kein Interview mehr gegeben.

Ja, stimmt.

Wollten Sie nicht Grundschullehrerin für Mathe und Religion werden? Das war das Letzte, was man gehört hat.

Das war immer mein Traum. Trotzdem habe ich das Studium abgebrochen.

Warum?

Es ging mir ein paar Jahre sehr, sehr schlecht. Ich hatte eine Depression, konnte nicht mehr zur Uni gehen. Da ist alles hochgekommen, was ich bei Tic Tac Toe nicht so wirklich verarbeitet habe.

Den schnellen Erfolg und Niedergang der Band?

Ja. Lange dachte ich, okay, ich habe es nicht richtig verarbeitet, kann aber gut damit leben. Bis ich eine Person von damals getroffen habe und regelrecht zusammengebrochen bin.

Wer war das?

Das möchte ich nicht sagen.

Okay. Und wie ging es dann weiter?

Ich habe eine Therapie gemacht und dann eine Ausbildung zur Ergotherapeutin angefangen. Jetzt stehe ich kurz vor dem Examen.

Wie sind Sie auf diesen Beruf gekommen?

Ich habe eine Freundin, die Ergotherapeutin ist. Ich dachte immer, was für ein schöner Beruf das ist. Als es mir besser ging, wollte ich einen Cut machen und neu anfangen. Aus dem Lehramtsstudium war die Luft raus. Also habe ich in einer Praxis hospitiert und wusste: Das ist mein Ding. Jetzt habe ich das Gefühl, angekommen zu sein.

Auch familiär?

Ja, meine Tochter wird 16. Ihr Vater, von dem ich getrennt lebe, kümmert sich auch um sie. Wir haben ein gutes Verhältnis. Ich habe einen Lebensgefährten, mit dem ich sehr glücklich bin.

Vermissen Sie den roten Teppich?

Spontan würde ich sagen: Nein, weil ich ja so glücklich bin. Aber ich denke schon an die tollen Momente bei Tic Tac Toe, die es ja auch gab. Aber ich vermisse dieses Leben nicht wirklich.

Was war das Härteste? Die Kritik?

Nein, viel schlimmer war die Einsamkeit. Wir waren dauernd unterwegs. Ich habe meine Familie und Freunde vermisst. Ich war ausgelaugt. Und zu jung, um das alles wegzustecken.

Anke Engelke hat Sie mit Ricky's Popsofa in der Sat-1-"Wochenshow" ziemlich veräppelt ...

O ja ...

Tut das noch weh?

Darüber bin ich hinweg. Damals habe ich immer gesagt: Damit muss man umgehen, wenn man in der Öffentlichkeit steht. In Wirklichkeit hat es mich sehr, sehr verletzt. Doch die Wunde ist geheilt.

Haben Sie noch Kontakt zu den anderen Mädels?

Vorletztes Jahr habe ich Jazzy auf dem Weihnachtsmarkt in Dortmund getroffen. Ab und an schreiben wir uns. Aber wir wissen nicht, wo Lee steckt.

Tic Tac Toe hat mehr als fünf Millionen Platten verkauft. Ist noch Geld übrig?

Ich habe mir das Geld gut eingeteilt und nie in Saus und Braus gelebt, sodass ich heute noch davon leben kann.

Werden Sie noch als die Ricky von Tic Tac Toe erkannt?

Selten. Meistens erkennt mich einer, wie damals im Studium oder jetzt im Praktikum. Und dann geht es rum wie ein Lauffeuer. Auf der Straße, im Vorbeigehen, werde ich nur noch ganz selten erkannt.

Müssen Sie dann Autogramme geben?

Ganz selten, aber ich freue mich dann auch.

Uli Hoeneß vom FC Bayern München
Interview: Kerstin Herrnkind
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