HOME

Ex-Tic-Tac-Toe-Sängerin Jazzy: Was macht eigentlich Tic-Tac-Toe-Sängerin Marlene Tackenberg?

Als Jazzy gehörte sie in den Neunzigern zu einer der erfolgreichsten deutschen Girlgroups: Tic Tac Toe. Das macht Marlene Tackenberg alias Jazzy heute.

Marlene Tackenberg in ihrem Garten in Mouans Sartoux nördlich von Cannes

Marlene Tackenberg in ihrem Garten in Mouans Sartoux nördlich von Cannes

Mit Tic Tac Toe sangen Sie Songs wie "Ich fühl mich always ultra und alles kotzt mich an." Wie fühlen Sie sich heute?

Super! Seit ich über 40 bin, weiß ich, wer ich bin. Ich habe meine Mitte gefunden. So gut wie heute ging es mir noch nie. An alle Frauen: Habt keine Angst vor der 40!

Tic Tac Toe hat sich 1997 das erste Mal aufgelöst, über die tränenreiche Pressekonferenz hat sogar die "Tagesschau" berichtet. 2000 war endgültig Schluss. Da waren Sie 25. Wie war das für Sie?

Tic Tac Toe war eine rasante Zeit, wir haben einfach durchgemacht, ohne Pause. Das war die Auflösung einer Herzensfamilie, die aus Jazzy, Lee, Ricky und unseren Produzenten bestand. Erst waren wir die größte Girlband Deutschlands und dann der größte Flop. Ich brauchte zwei oder drei Jahre, um damit klarzukommen. Ich war wütend auf mich selbst und wusste nicht, wer ich bin. Ich war ja sozusagen "arbeitslos" .

Zwischen 2005 und 2007 versuchten Sie mit Ricky und Lee ein Comeback, doch der Erfolg blieb aus. Sie zogen nach Berlin, haben unter anderem gekellnert.

Ich habe in Friedrichshain in einer Pizzeria gearbeitet. Meine Chefs hatten anfangs keine Ahnung, was Tic Tac Toe ist. Das war cool. Aber es gab immer wieder Gäste, die wollten, dass ich für sie singe. Da fühlte ich mich wie eine Jukebox. Es ist nicht leicht, einen Alltag zu finden, wenn man morgens aufsteht und zur Arbeit geht wie jeder andere, aber Paparazzi vor der Tür stehen.

Wer hat Ihnen geholfen?

Meine Familie, vor allem meine Mutter. Als Tic Tac Toe sich auflöste, hat sie teilweise bei mir gewohnt. Sie ist meine engste Vertraute. Sie war immer für mich da.

Heute sind Sie selbst Mutter: Ihre Tochter Lila ist fast drei. Hat Sie das verändert?

Mein Ego hat in meiner Welt einfach nichts mehr zu suchen. Glücklicherweise! Ich habe andere Prioritäten. Jetzt dreht sich alles darum, ob es meiner Tochter gut geht. Die Liebe zu ihr ist vollkommen. Ich erwarte nichts zurück.

Sie leben heute mit Lila und deren Vater Fabien Courage, der im Filmgeschäft arbeitet, in Südfrankreich. Wie wichtig ist der Abstand zu Deutschland?

In Cannes kennt keiner Tic Tac Toe, und niemand erkennt mich auf der Straße. In Deutschland wäre das schwieriger, aber das würde mir mittlerweile auch gelingen. Heute ist es mir egal, was andere Leute über mich denken. Mein Partner hat diese Zeit nicht erlebt. Als er von "Jazzy" erfahren hat, kannte er mich schon als Marlene. Das war hilfreich.

Was machen Sie heute beruflich?

Seit meine Tochter da ist, bin ich Hausfrau. Ich wollte sie nicht sofort in die Kita schicken, sondern für sie da sein. Außerdem möchte ich mit meinem Mann eine Weinbar eröffnen. Wir suchen gerade nach einer passenden Location. Am schönsten wäre natürlich der Strand, aber das ist an der Côte d’Azur schwer zu bezahlen.

Würden Sie Ihrer Tochter erlauben, an einer Castingshow teilzunehmen?

Klar! Wenn sie Talent hat und das möchte, würde ich sie unterstützen. In diesem Business muss man gefestigt sein, braucht Mitspracherechte und Vertrauen zu seinem Management. Man muss aufpassen, welches Image von einem aufgebaut wird, schließlich vermarktet man sich selbst.

Haben Sie Kontakt zu Ricky und Lee?

Ricky und ich telefonieren ab und zu. Mit Liane habe ich seit fast zehn Jahren keinen Kontakt mehr. Leider! Ich wüsste gerne, wie es ihr geht. 

Dschungelcamp: Warum Nicole Mieth & Co. vor dem Camp-Einzug nackt posieren


Interview: Lisa McMinn