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Tournee: Pearl Jam vergraulen ihre Fans mit Bush-Kritik

Pearl Jam sind ganz offensichtlich gegen den Krieg. Auf ihren Konzerten misshandeln sie Bush-Masken und treiben damit Fans aus den Hallen, zumindest in Denver.

Dutzende von Fans haben ein Konzert der amerikanischen Rockband Pearl Jam verlassen, nachdem Leadsänger Eddie Vedder auf drastische Weise Kritik an US-Präsident Bush übte. Wie die "Rocky Mountain News" am Donnerstag berichteten, hatte der Musiker auf der Bühne eine Maske mit dem Abbild des Präsidenten auf ein Mikrofon gespießt, dann zu Boden geworfen und darauf herumgetreten.

Zuvor hatte Vedder sich wiederholt gegen den Irak-Krieg und die Politik Bushs ausgesprochen. Das Publikum habe zunächst mit Applaus und einigen Buh-Rufen reagiert, schreibt das Blatt. Dutzende hätten jedoch die Konzerthalle verlassen, nachdem Vedder zum Ende seines Auftritts die Bush-Maske zum Protest benutzte. Das Konzert am Dienstagabend in Denver (US-Staat Colorado) war der Auftakt zu einer US-Tour der Band.

Ähnliche Auftritte in Australien und Japan

Pearl Jam hatte bei Auftritten in Australien und Japan vor Kriegsausbruch bereits die Präsidenten-Maske verwendet. Für den Song "Bushleaguer", ein kritisches Lied aus dem Album "Riot Act", hält sich Vedder auf der Bühne die Maske vors Gesicht. Während des Auftritts in Denver sagte Vedder, dass er die US-Soldaten unterstütze und auf ihre sichere Rückkehr hoffe. "Sie sind nicht diejenigen, die außenpolitische Entscheidungen treffen", fügte der Sänger hinzu.

Konzertbesucher Keith Zimmerman, der die Veranstaltung aus Protest früher verließ, hatte gegen Vedders Anti-Kriegs-Äußerungen nichts einzuwenden. Die Aktion mit der aufgespießten Bush-Maske sei jedoch "viel zu weit gegangen", beschwerte sich der Fan nach Berichten der "Rocky Mountain News".