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VERLEIHUNG: Die »Grammy-Queen«

Die junge Songschreiberin und R&B-Sängerin Alicia Keys ist mit fünf Preisen die große Siegerin der Grammy-Nacht in Los Angeles.

India.Arie, sieben Mal nominiert, ging leer aus

Die junge Songschreiberin und R&B-Sängerin Alicia Keys ist mit fünf Preisen die große Siegerin der Grammy-Nacht in Los Angeles. Vier der begehrtesten Musikpreise der Welt holten sich in der Nacht zum Donnerstag die Altrocker der irischen Band U2. Bestes Album des Jahres wurde der Soundtrack zu der Hollywood- Südstaatenkomödie »O Brother, Where Art Thou?«.

Die 21-jährige New Yorkerin Keys war mit ihrem Debüt-Album »Songs In A Minor« und ihrer Hit-Single »Fallin?« sechs Mal nominiert worden. Die »Grammy-Queen« gewann unter anderem in der Hauptkategorie Song des Jahres und beste neue Künstlerin. Mehr als fünf Grammys, die von der National Academy of Recording Arts & Sciences vergeben werden, hat noch keine Frau bei einer Preisverleihung gewonnen.

Keys ließ ihre beiden Konkurrentinnen India.Arie und Nelly Furtado weit hinter sich. Arie, die mit ihrem Debütalbum »Acoustic Soul« und dem Hit »Video« insgesamt sieben Mal nominiert war, ging leer aus. Furtado hatte vier Anwartschaften, gewann aber mit ihrem Hit »I?m Like a Bird« nur in der Kategorie bester weiblicher Pop-Gesang.

U2 waren acht Mal nominiert

Die neue »Grammy-Queen« musste sich lediglich beim Rennen um den Preis für die Schallplatten-Aufnahme des Jahres geschlagen geben. Für die Dubliner Rocker um Leadsänger Bono war der Sieg in dieser Kategorie bereits der zweite innerhalb von zwei Jahren. 2001 hatten sie sich diesen Titel mit ihrem Hit »Beautiful Day« gesichert. In diesem Jahr waren sie acht Mal nominiert. Insgesamt heimsten die Dubliner Altrocker von U2, die schon seit 1978 gemeinsam Musik machen, bisher 14 Grammys ein.

In der Album-Kategorie - der prominentesten von allen 101 Grammy- Sparten - setzte sich die von T-Bone Burnett produzierte Film-Musik gegen die Alben von U2 sowie von Arie und gegen Bob Dylans »Love and Theft« ebenso durch wie gegen »Stankonia« von den Rap-Musikern Outkast. Der 60-jährige Dylan gewann einen Grammy für das beste zeitgenössische Folk-Album.

Deutsche Hoffnungen wurden enttäuscht

Outkast siegte in der Kategorie bestes Rap-Album und gewann mit »Ms. Jackson« auch den Grammy für den besten Rap-Song. Die Musik zum Soundtrack von »O Brother« war von zahlreichen verschiedenen Künstlern eingespielt worden, unter ihnen der 75-jährige Banjo- Spieler Ralph Stanley, die Bluegrass-Musikerin Alison Krauss und Country-Veteranin Emmylou Harris.

Zu den Gewinnern der Grammy-Nacht in insgesamt 101 Kategorien gehörten auch Stars wie James Taylor, Christina Aguilera, Eric Clapton, Usher, Destiny?s Child, Linkin Park, Lucinda Williams und Sade. Die deutschen Hoffnungen wurden enttäuscht. Sie hatten vor allem im Bereich der klassischen Musik gelegen, wo sich neben anderen Orchestern die Berliner Philharmoniker und die Dresdner Staatskapelle Hoffnungen gemacht hatten.