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Willy Schnitzler: Der langjährige Keyboarder der Bläck Fööss stirbt bei Verkehrsunfall in Ungarn

Ein Vierteljahrhundert war er Keyboarder der Bläck Fööss. 2005 verließ Willy Schnitzler die bekannte Karnevalsband. Nun ist er mit 67 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Willy Schnitzler mit den Bläck Fööss

Willy Schnitzler (l.) 1994 bei einem Auftritt  mit den Bläck Fööss

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Wer nie in Köln gelebt hat und den Karneval nicht kennt, kann kaum ermessen, welchen Rang die Bläck Fööss im Rheinland genießt. Die 1970 gegründete Mundart-Gruppe steht hier ungefähr auf einer Stufe mit den Beatles. Und im Vergleich mit der englischen Gruppe haben de Bläck Fööss sogar deutlich mehr Hits vorzuweisen, die Millionen Menschen zwischen Ring und Rhein textsicher mitsingen können. Von "Drink doch eine met" über "In unserem Veedel" und "Kaffeebud" bis zu "Mer losse d'r Dom in Kölle" sind unzählige ihrer Lieder ins kölsche Kulturgut übergegangen.

Noch heute ist diese Gruppe eine feste Institution im Kölner Karneval. Ein Vierteljahrhundert war Willy Schnitzler festes Mitglied der Bläck Fööss, von 1980 bis zu seinem Abschied 2005 war er der Mann am Keyboard. Schnitzler stieg damals wegen einer Arthrose in den Händen aus und zog sich komplett aus dem Musikgeschäft zurück. Er siedelte mit seiner Frau nach Ungarn über und lebte dort am Plattensee fernab des Kölner Karnevals. Dort wurde der Musiker vergangene Woche einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge auf der Autobahn von einem Lastwagen erfasst und erlag einige Tage darauf den Folgen dieses Unfalls. Er wurde 67 Jahre alt.

Mit Willy Schnitzler feierten die Bläck Fööss ihre größten Erfolge

Mit Schnitzler erlebten die Bläck Fööss ihre kommerziell erfolgreichste Phase. In den 80er Jahren landete die Gruppe einige Hits, die sie auch außerhalb der Karnevalshochburgen bekannt machen. Die Singles "Huusmeister Kaczmarek ", "Katrin" oder "Bye, Bye My Love" liefen in überregionalen Radiostationen, ihr Song "Frankreich Frankreich" schaffte es sogar in die Top Ten der deutschen Single-Charts. Daneben sorgte die Gruppe auch mit der A-capella-Version von Herbert Grönemeyers "Männer" für Furore. 

Als Willy Schnitzler die Gruppe 2005 verließ, hatte sie ihre große Zeit hinter sich. Er wurde ersetzt durch Andreas Wegener, der noch heute bei den Bläck Fööss hinter den Tasten steht. Noch absolviert die Band jedes Jahr unzählige Konzerte. Sie ist aus Köln nicht wegzudenken. Willy Schnitzler war ein Teil davon.

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