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Brandbrief von Höhner, Brings und Co. So wollen Karnevalsbands den AfD-Parteitag im Kölner Maritim verhindern

Brings und das Maritim-Hotel Köln
Brings gehören zu den Unterzeichnern eines Protestbriefes an das Kölner Maritim-Hotel
© Picture-Alliance
Unmut über das Maritim-Hotel in Köln: Weil dort im April der AfD-Parteitag stattfindet, haben sich Karnevalsbands wie Brings, Höhner oder Bläck Fööss eingeschaltet. Sie wollen die Veranstaltung "nicht hinnehmen".

Kostümsitzung, Kindersitzung, Roter-Funken-Ball: Der große Saal im Maritim-Hotel gehört als Austragungsort fest zum Kölner Karnevalsprogramm. Regelmäßig zwischen 11. November und Aschermittwoch treten Höhner, Bläck Fööss, Kasalla, Cat Ballou oder Brings auf. Doch plötzlich regt sich von den berühmten Karnevalsbands Unmut gegen das Hotel.

Grund ist eine AfD-Veranstaltung im kommenden April. Am 22. und 23.04. findet der Bundesparteitag der Rechtsaußen-Partei im großen Saal des Maritim statt. Nachdem bereits das Bündnis "Köln gegen Rechts" zu Protesten aufgerufen hat, haben sich nun mehrere bekannte Karnevalsbands in einem Brief* an das Hotel gewandt. Sie äußern ihr "tiefes Unbehagen" über den AfD-Parteitag - vor allem über die Teilnahme von Björn Höcke. 

Unterzeichner sprechen von "menschenverachtender Gesinnung"

In dem Schreiben, das dem "Kölner-Stadt-Anzeiger" vorliegt, heißt es unter anderem: "Alle Unterzeichner dieses Aufrufs, die in den vergangenen und kommenden Wochen auf der Bühne des Maritim-Hotels als Musiker, Redner, Karnevalsvereine, Tanzgruppen oder auch Techniker ihr Bestes geben, um den Menschen im Saal das bunte Köln so zu präsentieren, wie wir es lieben, wollen und werden nicht hinnehmen, dass in Kürze der AfD und Björn Höcke auf eben diesen Brettern der Maritim-Bühne Gelegenheit gegeben werden soll, einer menschenverachtenden Gesinnung Gehör zu verschaffen. Diese Vorstellung bereitet uns tiefes Unbehagen."

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Die Absender dieser Worte sind nicht irgendwelche Kleinkünstler, sondern die größten Bands des Kölner Karnevals (siehe unten). "Köln stand, steht und soll immer stehen für Weltoffenheit, Toleranz und nicht zuletzt Nächstenliebe", schreiben sie und fordern das Maritim-Hotel auf, gemeinsam ein Zeichen zu setzen, "um zu verhindern, dass eine Partei wie die AfD im Schatten des Doms an der Spaltung unserer schützenswerten Gesellschaft arbeiten kann".

Maritim-Leitung will an AfD-Parteitag festhalten

Das wäre zum Beispiel eine Absage an die AfD. Doch die Geschäftsführung des Maritim will an dem Parteitag festhalten. Nach Aussage von Hoteldirektor Hartmut Korthäuser sei der Vertrag mit der Partei bereits im vergangenen Sommer geschlossen worden. "An der vertraglichen Situation hat sich nichts geändert“, sagte er dem "Stadt-Anzeiger". "Es ist nicht unsere Aufgabe, die AfD zu bewerten. Das liegt in der Verantwortung der Wähler am 24. September", ergänzte Maritim Geschäftsführer gegenüber der "Rheinischen Post" und lässt die Forderung nach einer Absage abprallen.

Gegen die Haltung des Maritim regt sich auch in sozialen Medien Widerstand. Auf Facebook werfen einige Nutzer dem Hotel vor, mit der AfD gemeinsame Sache zu machen. "Wer will denn jetzt noch bei Ihnen pennen?", fragt einer. Ein anderer schreibt: "Schade liebes Kölner Maritim, stellt euch mal vor, wie viel positive Resonanz ihr für eine Absage an die AfD letzten Sommer bekommen hättet."

Ob es dennoch zu einem Gespräch zwischen der Hotelleitung und den Unterzeichnern des Briefes kommen wird, ist unklar. Ohne Konsequenzen werden die Bands ihre Forderungen wohl nicht fallen lassen.

*Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören bislang: Miljö, Querbeat, Klüngelköpp, MBB Band, Björn Heuser, Funky Marys, Marita Köllner, Martin Schopps, Die Cöllner, Marc Metzger, Rockemarieche, Kempes Feinest, JP Weber, Brings, Kasalla, Cat Ballou, Paveier, Bläck Fööss, Höhner, Fiasko, Bernd Stelter, Boore, Kuhl un de Gäng


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