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Wolfgang Amadeus Mozart: Ein Jahrtausendgenie wird 250

Als Wunderkind eroberte er die Herzen der Rokoko-Gesellschaft, mit seinen Kompositionen erwarb er sich die Anerkennung der Wiener: 250 Jahre nach seiner Geburt feiert die Nachwelt Wolfgang Amadeus Mozart als eines der größten Musik-Genies des Abendlands.

Er war Gast an europäischen Fürstenhäusern, stieg zum gefeierten Komponisten auf, spielte die Konkurrenz an die Wand und war seiner Zeit weit voraus. Heute wird er als Zentralfigur der Wiener Klassik und als einer der berühmtesten Komponisten aller Zeiten verehrt. Seine Opern dominieren die Spielpläne der internationalen Bühnen. An seinem 250. Geburtstag ist sein weit über 600 Kompositionen umfassendes Werk präsenter denn je.

Den klingenden Namen, unter dem ihn die Welt heute kennt, hat er selbst nie benutzt. Geboren am 27. Januar als zweites überlebendes von sieben Kindern des Musikers Leopold Mozart und seiner Frau Anna Maria in Salzburg, wurde er auf den Namen Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus getauft. Er nannte sich selbst Wolfgang Amadé, auch Amadeo, nie aber Amadeus.

Ruf als "Wunderkind"

Von seinem Vater, der als Musiker beim Fürsterzbischof in Diensten stand, erhielt er früh Klavierunterricht. Er selbst brachte sich das Violinspiel bei und begann im Alter von fünf Jahren zu komponieren. Mit gerade sechs Jahren unternimmt Leopold mit Wolfgang und der fünf Jahre älteren Schwester Anna Maria, genannt "Nannerl", eine erste Konzertreise und begründet den Ruf seines Sohnes als "Wunderkind".

Am kaiserlichen Hof in Wien springt der kleine Mozart Kaiserin Maria Theresia auf den Schoß und hat sie, wie der Vater berichtet, "rechtschaffen abgeküsst". Auch auf anschließenden Reisen gewinnt der kleine Mozart rasch die Herzen der Fürsten und des Publikums von München und Mannheim über London und Paris bis Rom. Gleichzeitig komponiert das über alle Maßen begabte Kind Hofmusik, Konzerte sowie geistliche Werke und entwirft bereits erste Opern.

Tragischer Tod der Mutter

Mit 14 Jahren wird der jugendliche Mozart als Opernkomponist in Mailand mit "Mitridate" stürmisch gefeiert. Ab 1773 arbeitet er als Konzertmeister am Hof des Salzburger Fürsterzbischofs Colloredo. Mozart komponiert Kirchenmusik, Symphonien und Konzerte vor allem für Klavier und Violine. Auf einer neuerlichen Reise versucht er, eine Anstellung außerhalb Salzburgs zu erhalten, das er zunehmend als provinziell empfindet. Während eines Paris-Aufenthaltes 1777 stirbt seine Mutter.

Sein Triumph mit der Oper "Idomeneo", die in München uraufgeführt wird, spornt ihn an, seine Anstellung in Salzburg zu kündigen. Mozart geht 1781 als freier Künstler nach Wien und genießt rasch große Erfolge. Mit seiner Abkehr von Salzburg und der Heirat mit Constanze Weber brüskiert er jedoch seinen Vater und riskiert den Bruch.

Oper als Passion

In Wien trifft er den Geschmack der Hocharistokratie und die Gunst des Kaisers Joseph II., der sich sehr für das deutsche Singspiel in Konkurrenz zur italienischen Opera buffa einsetzt. Mozarts "Entführung aus dem Serail", 1782 uraufgeführt, wird zum entscheidenden Erfolg in diesem Wettstreit. Auch die Konzerte des beliebten Komponisten finden großen Anklang bei einer immer breiter werdenden Publikumsschicht. Ab 1785 widmet sich Mozart verstärkt der Oper, der seine eigentliche Passion gilt.

Bis 1790 entstehen die berühmten Da-Ponte-Opern "Le nozze die Figaro", "Don Giovanni" und "Così fan tutte". Die Reaktionen sind unterschiedlich: In Prag wird Mozart triumphal gefeiert, in Wien zunächst ebenfalls, doch verliert er hier plötzlich und rasch an Boden. Die Aufträge werden rarer. Obwohl zeitweise Großverdiener, lernt Mozart, der auch Zeit seines Lebens seiner Spielleidenschaft frönt, nie, mit Geld umzugehen. Die kleine Familie - von sechs Kindern überleben nur zwei Söhne - mit zeitweise zahlreichen Bediensteten ist oft der Armut nahe.

Um 1790 bessert sich Mozarts Situation. Sein Singspiel "Die Zauberflöte" wird vom Publikum geliebt. Der neue Kaiser Leopold II., Nachfolger seines langjährigen Unterstützers Joseph II., beauftragt den Komponisten mit einer Oper. Das düstere Werk "La clemenza di Tito" bleibt Mozarts letztes Bühnenwerk. Während der Arbeit an einem Requiem stirbt der Komponist am 5. Dezember 1791 an rheumatischem Fieber.

Irmgard Schmidmaier/DPA