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Start von "Django Unchained" in China: Zensurbehörde stoppt Tarantino-Film

Es war der erste Tarantino-Film, der für China freigegeben wurde. Doch nun ist auch "Django Unchained" der chinesischen Zensurbehörde zum Opfer gefallen: Aufführungen des Streifens wurden gestoppt.

Die chinesische Zensurbehörde hat Aufführungen des Tarantino-Films #link;1955233;"Django Unchained"# Medienberichten zufolge kurzfristig untersagt. Kinos in Peking und anderen Städten hätten den Oscar-prämierten Film zum China-Debüt am Donnerstagmorgen zunächst gezeigt, hieß es in Online-Medienberichten. Später seien die Aufführungen dann unter Hinweis auf "technische Probleme" abgesetzt worden. Internet-Kommentatoren vermuteten, die Zensoren hätten es versäumt, die Darstellung nackter Männerkörper aus dem Film des US-Regisseurs Quentin Tarantino herauszuschneiden.

Ein chinesischer Blogger berichtete beim Kurzbotschaftendiensts Sina Weibo, er sei in einer frühen Vorführung von "Django Unchained" gewesen und der Film sei bereits nach einer Minute abgebrochen worden. Ein anderer Nutzer vermutete, die Zensur könnte möglicherweise mit dem "gefährlichen" Thema des Films zusammenhängen - dem Aufstand von Unterdrückten: So sei die Hauptfigur von einem Sklavenhalter lange unterdrückt worden, bevor sie "im Namen von Liebe und Freiheit" rebelliert habe.

Vor dem Debüt hatte es in Berichten noch geheißen, der brutale Sklavenwestern sei nach mehreren Eingriffen der staatlichen Zensoren als erster Tarantino-Film für China freigegeben worden. Die für den Regisseur typischen Gewaltszenen hatten die offizielle Begutachtung durch die Behörden vor Veröffentlichung zunächst überstanden. Mit Hilfe von Raubkopien konnten zahlreiche chinesische Fans jedoch die Originalversion des Films bereits auf DVD oder im Internet sehen.

kave/DPA/AFP / DPA
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