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"Bares für Rares": "Wer kommt denn auf so eine Idee?" - Hinter diesem Tontopf verbirgt sich eine technische Kuriosität

Da staunen Horst Lichter und Experte Sven Deutschmanek nicht schlecht: Ein Verkäufer bringt einen alten Tontopf zu "Bares für Rares". Das Gefäß ist keine Vase, sondern eine technische Kuriosität.

Bares für Rares: Rekordverkäufe und Co. – das müssen Sie über die Kult-Sendung wissen

Ein Tontopf mit einem langen Kabel und einem Stecker dran: Verkäufer Gerald Popp aus Ehningen bringt in der Sendung vom Montag eine technische Kuriosität zu "Bares für Rares". "Ich erhoffe mir von der Expertise, etwas über den Hersteller zu erfahren", sagt Popp. Doch selbst Kunstexperte Sven Deutschmanek ist angesichts des seltenen und ungewöhnlichen Objekts erstaunt. "Ich dachte erst, das wäre eine Familienurne." Und Moderator Horst Lichter fragt ungläubig: "Wer kommt denn auf so eine Idee?" 

Denn das Tongefäß mit der filigranen Öffnung im Deckel ist keine Vase, sondern: ein Radiogerät! "Die Hersteller wollten damals ihre Radiogeräte in den Wohnraum integrieren", klärt Deutschmanek über das kuriose Vasenradio auf. Deshalb hätten sich einige Macher darauf spezialisiert, ihre Apparate in Alltagsgegenstände zu integrieren. Deshalb sieht das Gefäß von außen wie eine Vase aus. Erst als Deutschmanek den Deckel öffnet, ist das Radio zu erkennen.

"Bares für Rares"

"Bares für Rares" - und für Kurioses: Experte Sven Deutschmanek (l.) und Horst Lichter (M.) begutachten das Tongefäß von Gerald Popp.

ZDF

Expertenschätzung schlägt Wunschpreis

"Wir haben hier einen Steinzeugkrug, darin ist ein Radio eingelassen." Deutschmanek zeigt das Bedienteil mit der Skala für die verschiedenen Sender für Mittel- und Langwelle. "Das gibt es in Deutschland nicht mehr, dazu müsste man schon nach Frankreich fahren, um noch was zu empfangen", sagt der Experte. Dann dreht er das um. Auf dem Boden befindet sich der Lautsprecher. "Deshalb stand das Gefäß nicht direkt auf dem Boden, sondern hat diese Füße", erklärt Deutschmanek. Das Radiogerät, das vermutlich von der Firma Rondo stammt, wurde in den 40er Jahren hergestellt. "Man nannte das damals 'Zauberdose'."

Das Radio habe er von seiner Tante erhalten, sagt der . Er habe damit aber nichts anfangen können. "Das stand bei mir im Schrank." Deshalb soll es jetzt weg. Mit 50 bis 100 Euro sei er schon einverstanden, erklärt Popp. Doch Deutschmanek schätzt den Wert des Kuriosums weit höher ein. "Zirka 250 bis 300 Euro, denn das Gerät könnte auch was für ein Museum sein." 

"Bares für Rares"-Händler sind baff

Doch sehen das auch die Händler so? Die staunen über das Vasenradio genau so wie und Deutschmanek. "Jetzt bin ich platt", sagt Markus Wildmann. Fabian Kahl vermutet einen Eigenbau, doch der Verkäufer kann aufklären, dass es dieses Gerät wirklich zu kaufen gab. "Sowas habe ich noch nie gesehen, deshalb würde ich ihnen 150 Euro bieten", sagt Wildmann. Die anderen Händler halten das für ein gutes Gebot. Der Düsseldorfer Kunsthändler und Verkäufer Popp einigen sich schließlich auf 170 Euro. "Das ging ganz schnell, aber ich bin trotzdem zufrieden", sagt der Verkäufer. Und Wildmann freut sich: "Skurril."

mai