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"CSI": Erfolg in Serie

Traumquoten und gute Kritiken: Die US-TV-Serien "CSI: Miami" und "CSI: NY" laufen bei uns mit wachsendem Erfolg. Jetzt ermitteln die Spurensucher sogar gemeinsam.

Von Peter Luley

Drei Buchstaben sorgen für wachsende Aufregung. CSI ist die Abkürzung für "Crime Scene Investigation", was mit Spurensicherung übersetzt werden kann. Und wenn Juristen in den USA vom "CSI-Effect" sprechen, meinen sie nicht etwa die enorme Anziehungskraft, die die drei Serien um Ermittler in Las Vegas, Miami und New York seit Jahren auf die Zuschauer ausüben. Nein, sie reden von Problemen, die sie mit Geschworenen haben. Die machen ihr Urteil nämlich zunehmend davon abhängig, ob die Beweisführung den in der Fiktion vermittelten kriminalistischen Standards genügt - und das ist nur selten der Fall.

Quotenhit für RTL

Von derartigen Folgeschäden bei hiesigen Schöffen hat man zwar noch nichts gehört, Schlag beim Publikum aber haben die hochtechnisierten Spurensicherer auch bei uns: "CSI: Miami" etwa lief auf dem kleinen Sender Vox so gut, dass das Mutterschiff RTL die Serie im vergangenen Jahr ins eigene Programm holte - und sofort über 20 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen erreichte. Heute ist der Dienstagabend, der mit rund 3,5 Millionen regelmäßigen "CSI: Miami"-Zuschauern in der Zielgruppe beginnt und mit "Dr. House" und "Monk" auf demselben Niveau weitergeht, eine Quoten-Bank im RTL-Programm. Folgerichtig schnappte sich RTL jetzt auch noch das bisher auf Vox gesendete Las-Vegas-Urformat "CSI - Den Tätern auf der Spur" - ab 9. November ermitteln William L. Petersen und Co. bei RTL. Vox bleibt da nur die Freude über den zweiten Ableger, "CSY: NY", der montags mit durchschnittlich zwei Millionen Zuschauern immer noch deutlich über dem Sendermittel liegt.

Sie kommen durcheinander? Man kann es auch kürzer sagen: Alles mit CSI im Titel läuft gut. Jetzt haben sich beide Kanäle einen besonderen Coup ausgedacht: Am 24. und 25. Oktober zeigen sie senderübergreifend jeweils um 20.15 Uhr eine martialisch betitelte Crossover-Doppelfolge der Erfolgsformate. In "Blutspur" (Dienstag, RTL) erhält das Miami-Team um Lieutenant Horatio Cane (David Caruso) Besuch vom New Yorker Detective Mac Taylor (Gary Sinise); in "Treibjagd" (Mittwoch, Vox) folgt Cane dem Kollegen dann in den Big Apple. Es gilt, einen bei der Flugzeugüberführung von New York nach Miami entflohenen Serienkiller zu fassen, der seinen Weg mit Leichen pflastert, während er mit den Beamten "Hasch mich" spielt.

Mit dem Hightech-Hummer zum Tatort

Natürlich bleiben die Macher auch hier dem bewährten "CSI"-Konzept treu: Der Fall und die reibungslos abschnurrende Verbrechensbekämpfung prägen das Geschehen. Überlagern in deutschen Serien die Schrullen der Protagonisten oft den Krimiplot, so werden sie hier höchstens angedeutet. Technik triumphiert. Die gern sonnenbebrillten "CSI"-Cops fahren mit dem Hightech-Hummer zum Tatort, stoppen Autos mittels elektromagnetischer Impulse vom Hubschrauber aus oder suchen Leichen mit einem akustischen Bodenscanner, weil sie herausgefunden haben, dass am Handgelenk des Mordopfers noch eine gefälschte Rolex ticken müsste. Sie untersuchen ungerührt Stofffasern, analysieren Speichelproben, und zum Abschied gibt's nicht mal eine Umarmung zwischen den Leitwölfen Cane und Taylor.

Staunen über die Auswüchse der US-Gesellschaft gehört dabei sicherlich zu den Hauptreizen fürs deutsche Publikum - ob nun Pillenpartys in Manhattans High Society zu bewundern sind oder eine hyperreiche Schnepfe, die auf Massenmörder steht. Dass dabei auch reaktionäre Haltungen zutage treten (wie ja auch in der Erfolgsserie "24"), tut dem Vergnügen offenbar keinen Abbruch - am Ende der Doppelfolge sorgt Cane dafür, dass einem Täter in Florida der Prozess gemacht wird, weil dort noch die Todesstrafe herrscht.