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"Danni Lowinski" und der letzte Bulle: Die Rückkehr der Unkonventionellen

Ein Euro - und viel Dankbarkeit. Das Honorar von Klapptisch-Anwältin Danni Lowinski liegt weit unter dem Durchschnitt. Ähnlich unkonventionell ermittelt auch TV-Polizist Mick Brisgau. Kein Wunder, muss sich der jüngst aus dem Koma erwachte Haudegen erst noch an das 21. Jahrhundert gewöhnen. Beiden Serien gönnt Sat.1 ab Montagabend eine neue Staffel.

Eine Anwältin mit Herz für die Mittellosen und ein rauhbeiniger Machobulle sollten Sat.1 aus dem Quotentief retten: Am Montagabend beginnt der Münchener Privatsender mit der Ausstrahlung der neuen Staffeln seiner Erfolgsformate "Der letzte Bulle" und "Danni Lowinski".

Die Hoffnungen sind nicht unberechtigt: Nachdem Sat.1 mit eigenen Serienproduktionen über lange Zeit ein eher unglückliches Händchen bewiesen hatte, starteten 2010 gleich zwei fiktionale Formate mit Potential für längerwährenden Erfolg: Annette Frier erreichte in ihrer Rolle als Anwältin Danni Lowinski 15,2 Prozent der werberelevanten Fernsehzuschauer zwischen 14 und 49 Jahren. Henning Baum holte als unkonventioneller Macho-Polizist Mick Brisgau immerhin 13,6 Prozent - beides hohe Werte angesichts des Jahres-Senderschnitts von 10,7 Prozent.

"Der letzte Bulle" zeigt Henning Baum als Polizist Mick Brisgau, der nach über 20 Jahren im Koma wieder auf Streife geht. Internet, Hightech-Forensik-Methoden á la CSI und Wellnesstrend sind an dem Schimanski-Verschnitt spurlos vorübergegangen. Nun muss der Dinosaurier der 80er lernen, sich mit den Methoden des 21. Jahrhunderts zu arrangieren. Doch Brisgaus Handicap entwickelt sich gleichzeitig zu seiner Stärke.

Eher unkonventionell sind auch die Arbeitsmethoden von "Danni Lowinski". Nachdem die gelernte Friseuse ihr Abitur an einer Abendschule nachgeholt und das Zweite Staatsexamen in Jura bestanden hat, stellt ihr der überfüllte Arbeitsmarkt ein Bein: Sie findet keinen Job. Mit einem Klapptisch und einem Beratungshonorar von einem Euro kümmert sich Lowinski seither in einem Einkaufszentrum um die Fälle der "kleinen Leute". In der zweiten Staffel wird der Idealismus der Anwältin jedoch vor eine harte Probe gestellt: Plötzlich winkt doch noch die ganz große Karriere...

Jens Wiesner (mit DPA)