VG-Wort Pixel

"The Masked Singer" Palim, Palim – das Chamäleon lässt die Maske fallen

"Masked Singer": Dieter Hallervorden lässt in der Liveshow die Maske fallen
Seit Wochen wurde gerätselt, wer die Bühne von "Masked Singer" im Chamäleon-Kostüm rockt. Nun ist klar: Der 84-jährige Dieter Hallervorden steckte hinter der Maske.
© Willi Weber / ProSieben / DPA
"The Masked Singer" ist auf der Zielgerade. Das Halbfinale war trotz gefühlter zwei Dutzend Werbeblöcke bis zum Schluss spannend. Auch weil sich die Schlusspointe so lange angekündigt hatte: Das Chamäleon ist eine echte Legende.
von Ingo Scheel

Fast schon schwebt ein wenig Abschiedsnostalgie über den Köpfen der mundschutzbewehrten Security-Schränke. Noch eine Folge "Masked Singer", dann verabschiedet sich der neben "Let’s Dance" letzte, große Live-Leuchtturm im unverändert dichten Corona-Nebel vom Bildschirm. Die Jury-Wildcard fürs Halbfinale erhielt Conchita Wurst, für ProSieben natürlich die perfekte Gelegenheit, schon mal für den alternativen Grand Prix "Free ESC" die Trommel zu rühren, den die Euro-Sieger*in von 2014 gemeinsam mit Steven Gätjen moderieren wird.

Fünf Kombattanten waren noch im Spiel im Kampf um das Finale, für einen von ihnen, so sehen es die Regeln vor, sollte die Maskerade diesmal ein Ende haben. Im ersten Duell bekam es das Chamäleon mit dem Drachen zu tun, neu diesmal die Erweiterung des Indizien-Einspielers um einen – ebenfalls inkognito auftretenden – Insider, einen nahen Weggefährten, eine gute Freundin des jeweiligen Kandidaten. Für das Chamäleon trat ein "alter Freund" auf, im rotweißen Hemd und mit einem Blumentopf auf dem Kopf. Wirklich erhellend war das nicht, der gesangliche Vortrag gab da schon mehr her. Ottawans "D.I.S.C.O.", mit schiefem Timing, aber beweglichen Beinen vorgetragen, nährte einmal mehr den hochverdichteten Verdacht, es könne sich hier nur um Dieter Hallervorden handeln. 

Drache schlägt Chamäleon

Beim Drachen, der diesmal Christina Aguileras "You’re Beautiful" sang, legte sich Rea Garvey diesmal mit "einer Million prozentiger Sicherheit" fest, dass es sich um Gregor Meyle handelt. Und während Conchita Wurst den Comedian Michael Kessler ins Spiel brachte, landete Ruth Moschner über die späte Einsicht, dass "sie den Drachen langsam sexy findet", bei Schauspieler Henning Baum. Alles – noch – reine Hypothese, Tatsache jedoch, dass der Drache dem Chamäleon in dieser Vorrunde das Nachsehen gab.

Zum Dreikampf kam es im Anschluss zwischen dem Wuschel, dem Hasen und dem Faultier. In seiner dreifach geballten Niedlichkeit ein Gesangsgipfel mit Nervpotential, unterm Strich jedoch eine überaus solide Ablieferei, die das Trio nacheinander über die Rampe brachte. Der Wuschel, diesmal mit Iro, wurde bei seiner Version von Amy Winehouses "Valeri" von gesichtslosen Tänzern in Gottlieb-Wendehals-Jacketts umschwoft. Beim Hasen – mit Chers "Shoop Shoop Song" am Start – verdichteten sich mittels käseköpfigem Insider einmal mehr die Vermutungen, es könne sich um Enie van de Meiklokjes handeln. Mit dem falsettierenden Faultier (Whiz Kalifas "See You Again") schließlich brachte Rea die einstigen "The Voice"-Jurykollegen von BossHoss ins Spiel, während Conchita an Alvaro Soler und Ruth an Tom Beck dachte. Man wird auch im Finale noch ein wenig drüber weiterrätseln dürfen, denn Fauli folgte dem Drachen in die Endrunde.

Chamäleon auch gegen Wuschel und Hase chancenlos

Die verbleibenden zwei Tickets für den großen Abschlussball machten schließlich die drei Unterlegenen der beiden Vorrunden unter sich aus, das Chamäleon, der Wuschel und der Hase. Das Chamäleon verhob sich am Jacksons-Klassiker "Blame It On The Boogie", der Wuschel ging mit Shawn Mendes’ "Treat You Right" eine erfolgversprechendere Verbindung ein, während der Hase sich alle Mühe gab, dem Bacharach-Evergreen "Close To You" nicht allzusehr das Gefieder zu zerrupfen. Die Haupterkenntnisse im Dreierpack: 1. Ruth wünscht sich das Chamäleon als Wecker. 2. Luke Mockridge weiß angeblich, wer der Wuschel ist und 3. Der Hase könnte auch eine Sonja sein, man müsste nur noch herausfinden, ob Kraus oder Zietlow.

Was sich mit den leidlich schiefen Gesangsvorträgen abgezeichnet hatte und auch durch noch so elastische Beinarbeit nicht wettgemacht werden konnte, manifestierte sich am Schluss – interrumpiert von Bazooka-Salven an Werbespots – mit den letzten Tickets fürs Finale. Das Chamäleon hat ausgetanzt und ausgeträllert, gegen die verwuschelten Fellträger war für den Farbwechsler letztlich nichts zu holen. Umso spannender die Frage, ob denn wirklich der von allen immer wieder vermutete Didi Hallervorden im Kostüm steckte oder vielleicht doch die kurz vor Torschluss ins Spiel gebrachten Michael Kessler respektive Ingo Appelt.

Didi Hallervorden lüftet Maske und Fitnessgeheimnis

Und siehe da: All die Faxen, die feschen Tanzschritte, die charakteristischen Kopfschieflegungen hatten darauf hingedeutet und tatsächlich – im Chamäleon-Kostüm steckte Dieter Hallervorden, oder wie er selbst formulierte: "Ein Vertreter der Hochrisikogruppe". Sein Fitnessgeheimnis lieferte er auch gleich noch mit: "30 Prozent Gene, 40 Prozent Ernährung und 30 Prozent Bewegung". Und einen Glückskeks-Text für die Ewigkeit schob der 84-Jährige gleich hinterher: "Das Leben ist definiert durch Geburt und Tod, die Zwischenzeit sollte man nutzen." In der kommenden Woche, im großen Finale, werden auch die restlichen Masken fallen – und zwar zu 100 Prozent.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker