HOME

"Menschen bei Maischberger": Ehepaar Stolpe spricht offen über Krebs

Der ehemalige Verkehrsminister Manfred Stolpe und seine Frau Ingrid sind mit ihren Krebserkrankungen erstmals offensiv an die Öffentlichkeit gegangen. In der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" riefen sie zur regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung auf - und rieten zu einer gewissen Gelassenheit.

Der ehemalige Bundesminister Manfred Stolpe und seine Frau Ingrid haben offensiv ihre Krebserkrankungen zum Thema gemacht. Beide hätten angesichts der Krankheit keine Angst vorm Sterben. "Man wird darauf gestoßen, was eigentlich für jeden Menschen gilt, dass man lernen muss, darüber nachzudenken, dass man stirbt. Dass es kein unendliches Leben gibt - für niemanden", sagte Manfred Stolpe in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" am Dienstagabend. Die Frau des langjährigen brandenburgischen Ministerpräsidenten sprach erstmals über ihren Brustkrebs, der bis vor wenigen Wochen behandelt werden musste. Sie hatte die Diagnose vergangenes Jahr erhalten als sie zur Mammografie gegangen war. "Ich bin der Meinung, dass man offen damit umgehen sollte", sagte die frühere Ärztin im Vorgespräch zur Sendung.

Der SPD-Politiker Stolpe hatte seine Krebserkrankung, von der er 2004 noch im Amt als Verkehrsminister erfuhr, zunächst geheim gehalten. Weder seinen Mitarbeitern, noch seinem damaligen Vorgesetzten, Altkanzler Gerhard Schröder, habe er davon erzählt. Im Bilde sei nur SPD-Chef Franz Müntefering gewesen: Bei ihm hätten Karzinom-Fragen in der Familie auch eine Rolle gespielt, und der könne außerdem schweigen wie ein Grab, sagte Stolpe. Münteferings Frau Ankepetra starb vergangenes Jahr an Krebs. Um sich besser um sie kümmern zu können, hatte er sich 2007 vorübergehend aus der Politik zurückgezogen.

Das Ehepaar Stolpe will seinen Schritt an die Öffentlichkeit mit zwei Botschaften verknüpfen: "Nummer eins: Leute, kümmert euch, guckt nach, geht zur Vorsorgeuntersuchung. Und Nummer zwei: Sich nicht verrückt machen lassen. Man sollte so normal und gelassen damit umgehen wie möglich. Zwar keine falschen Illusionen schaffen, aber der Krankheit doch mit einer gewissen Gelassenheit begegnen."

DPA

Themen in diesem Artikel