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"Paycheck" auf ProSieben Hightech-Thriller ohne Substanz


"Paycheck - Die Abrechnung" basiert auf einer Vorlage des Kultautors Philip K. Dick, kann jedoch nur bedingt überzeugen. Die hochkarätige Besetzung um Ben Affleck und Uma Thurman könnte Fans des SciFi-Genres jedoch trotzdem gefallen.

Im Mittelpunkt von John Woos Thriller, den ProSieben nun einmal mehr zeigt, steht der hochqualifizierte Ingenieur Jennings (Ben Affleck), der für Großunternehmen Spezialaufträge erledigt und dabei nicht selten das Rad neu erfindet. Rühmen kann er sich seiner Entwicklungen jedoch nicht: Zum einen ist alles streng geheim, zum anderen wird nach getaner Arbeit sein Kurzzeitgedächtnis gelöscht, um sicherzustellen, dass er seine Werke im Anschluss nicht an die Konkurrenz weitergeben kann.

Drei Jahre dauerte Jennings' aktueller Auftrag, an dessen Ende er 92 Millionen Dollar hätte kassieren sollen. Doch es gäbe keinen Film, wenn nicht irgendetwas schieflaufen würde. So muss Jennings feststellen, dass er die Rechte an seinen millionenschweren Wertpapieren noch vor der Gedächtnislöschung abgetreten hat - unglaublich für den geldgierigen Yuppie. Doch mit der Zeit stellt sich heraus: Man will ihn umbringen, und bei jedem Mordversuch hilft ihm ein Accessoire aus einem geheimnisvollen Briefumschlag, den er sich angeblich selbst zugesandt haben soll.

Regisseur John Woo überzeugt nur bedingt

Mit dem Willen eines scheinbar Betrogenen und der Kraft zweier Herzen - die Liebe zu seiner Freundin (Uma Thurman, aktuell im Drama "Bel Ami" zu sehen) währt offenbar auch ohne Erinnerung fort - wird zurückgeschlagen, um die Erfindung des Gedächtnislosen zu zerstören, die nun die Welt bedroht: ein Supercomputer, der die Zukunft vorhersagen kann.

Alles in allem könnte die Handlung von "Paycheck" vieles bieten, vor allem auch jede Menge Sci-Fi-Zündstoff und eine ebenso gefährliche wie mitreißende Liebesgeschichte. Doch leider hat dieser Hightech-Thriller von John Woo ein gewaltiges Grundproblem: Die Charaktere wurden lieblos in Szene gesetzt, der Zuschauer findet keinen Zugang. Wenn Ben Affleck tief in Uma Thurmans Augen blickt, ist das nicht mehr als gefühlloses Popcorn-Kino. Der Betrachter sieht lediglich attraktive Schauspieler, die ihr zartes, künstliches Lächeln präsentieren oder ihre flotten Frisuren spazieren tragen.

amt/Jan Treber, Teleschau TELESCHAU

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