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"Promi Big Brother": Im Knast mit Schill, Wendler und einer Pornobraut

"So lustig wie einen Eimer Schweinemett" fand Oliver Kalkofe die erste Staffel der Sat.1-Show "Pomi Big Brother". Beim zweiten Mal soll alles besser werden. Doch wird es das wirklich?

Am Freitagabend startet "Promi Big Brother": Zwölf Bewohner ziehen in zwei Bereiche - sechs wohnen in der oberen Etage, sechs in der unteren

Am Freitagabend startet "Promi Big Brother": Zwölf Bewohner ziehen in zwei Bereiche - sechs wohnen in der oberen Etage, sechs in der unteren

Promi Big Brother" - Was war das nochmal?

Im vergangenen Jahr versuchte sich Sat.1 erstmals an dem Showkonzept, das damals mit mäßigem Erfolg lief, jetzt jedoch leicht modifiziert in die zweite Runde geht: Zwölf (im Vorjahr zehn) Prominente werden 15 Tage lang in ein großzügiges Haus in Köln eingesperrt und dabei rund um die Uhr von Kameras beobachtet. "" startet heute Abend um 20.15 Uhr auf Sat.1. Zum Start (und am kommenden Freitag) gibt es eine dreistündige Liveshow, an den anderen Tagen wird zwischen 22.15 Uhr und 23.15 Uhr eine einstündige Zusammenfassung der Tagesereignisse ausgestrahlt.

Wer macht mit?

Alle Bewohner hat Sat.1 noch nicht verraten. Aber zumindest diese zehn Promis werden wohl zu sehen sein: Schlagersänger , der durch Adoption zum Prinzen gewordene Mario-Max zu Schaumburg-Lippe, der frühere "Bachelor" Paul Janke, "K11"-Kommissarin Alexandra Rietz, "Wer wird Millionär"-Kandidat Aaron Troschke, Ex-Pornodarstellerin Mia Magma, die zweifache Spielerfrau Claudia Effenberg, Neue-Deutsche-Welle-Star Hubert Kah, die als "Teppichluder" bekannt gewordene Janina Youssefian und der frühere Hamburger Innensenator Ronald Schill.

Woran erinnert mich dieses Konzept?

Eingesperrte Promis, die von Kameras überwacht werden - das kommt Ihnen bekannt vor? Da haben Sie Recht. Das Konzept erinnert stark an das "Dschungelcamp", mit dem RTL regelmäßig Traumquoten einfährt. Sat.1 ist das im vergangenen Jahr nicht gelungen. Das hatte vor allem einen Grund: die RTL-Show hatte die klar besseren Moderatoren und Gagschreiber. "Promi Big Brother" wurde von vielen Zuschauern nicht nur als Dschungelcamp-Kopie wahrgenommen, sondern vor allem als eine schlechte Kopie.

Was ist in diesem Jahr anders?

In der ersten Staffel waren die Parallelen zum noch sehr deutlich. So lautete der Slogan der Sat.1-Show "Ich bin ein Star - Lasst mich hier rein!" - während die Kandidaten im australischen Busch ja gerade rauswollen. Für die zweite Ausgabe hat der Sender einiges geändert: Die Show heißt nun "Promi Big Brother - Das Experiment", und damit sind auch einige konzeptionelle Änderungen verbunden. Das Haus ist diesmal in zwei Bereiche aufgeteilt. Während die Bewohner in der oberen Etage im Luxus schwelgen, müssen die Promis im Untergeschoss um Annehmlichkeiten wie warmes Wasser kämpfen und sind dabei von der Gunst ihrer privilegierten Mitbewohner abhängig. Davon verspricht man sich beim Sender viel Zündstoff.

Daneben gibt es auch eine Änderung bei den Moderatoren. Während im vergangenen Jahr Oliver Pocher und Cindy aus Marzahn die Show mit humorfreien bis peinlichen Zwischentexten versenkten, wird diesmal Jochen Schropp durch die Sendung führen. Der ist zwar weit weniger peinlich als Pocher - aber dafür auch deutlich langweiliger.

Was nervt?

Einmal im Jahr Dschungelcamp ist eine tolle Sache - zumal das Format gut gemacht ist und über herausragende Gagautoren verfügt. Einen Abklatsch braucht niemand - vor allem dann nicht, wenn "Promi Big Brother" auch noch die gleichen Kandidaten verpflichtet, die bereits Anfang des Jahres im australischen Urwald hockten, wie geschehen im Fall Michael Wendler. Auch die weitere Zusammenstellung der Teilnehmer mit einem Ex-Pornostar, einem Teppichluder und einer Ex-Spielerfrau lässt vermuten, dass Sat.1 die Trash-Schraube im Vergleich zum RTL-Pendant bewusst ein paar Windungen weiterdreht. Doch die Erfahrung im Vorjahr zeigt: Der Zuschauer ist nicht blöd. Wenn der Sender zu schamlos auf billige Effekte setzt, merkt es das Publikum - und schaltet ab.

Muss ich einschalten?

Zu den Highlights des Dschungelcamps zählt die nächtliche Sex- und Drogenbeichte am Lagerfeuer. Da mit der schrägste Kandidat bereits seine Geheimnisse in der "Bild"-Zeitung ausgeplaudert hat, dürfte nicht mehr viel kommen. Der Wendler hat sich bereits im Dschungelcamp bis auf die Knochen blamiert. Und ganz ehrlich: Interessiert es Sie, näheres über einen Kandidaten von "Wer wird Millionär?" oder den früheren "Bachelor" zu erfahren?

"Promi Big Brother - Das Experiment", 20.15 Uhr, Sat.1

che

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