"Rabenvater" gewinnt Finale Beschiss bei Uri Geller


Der Hokus-Pokus auf ProSieben hat erst mal ein Ende: Beim großen Finale von "The next Uri Geller" wurde "Rabenvater" Vincent Raven zum neuen Löffelverbieger gewählt. Aber eigentlich war das Ganze nur eine Dauerwerbesendung für "Germany's next Topmodel"...
Von Katharina Miklis

"Achad, Shtaim, Shalosh..." Ein letztes Mal zählte der israelische Geheimniskrämer Uri Geller am Dienstagabend seine große Live-Show an, in der er acht Wochen lang einen würdigen Nachfolger für niemand Geringeren als sich selbst gesucht hatte. Die finale Show entpuppte sich - simsalabim - als gähnend langweilige Dauerwerbesendung für "Germany's next Topmodel" - mit ein bisschen fadem Hokuspokus zwischendurch.

Zehn Kandidaten waren Anfang Januar angetreten, um in die Fußstapfen der lebenden Löffelverbieger-Legende zu treten. Ins Finale der ProSieben-Show "The next Uri Geller" hatten es nur drei der Mentalisten geschafft: der "Rabenvater" Vincent Raven, "Überflieger" Nicolai Friedrich und "Mr. Cool" Farid. Kein Zaubertrick: "Shalosh, Shtaim, Achad!" - aus drei mach eins. Dafür sollten die Zuschauer sorgen und für ihren Lieblingsmagier anrufen. Zunächst aber mussten sich die drei Finalisten bei einem großen Außenauftritt beweisen.

Selbst der Rabe findet seinen Magier "beschissen"

Als erster Magier trat der Rabenvater mit der blonden Föhnwelle an. Vincent Raven ließ sich in einem von drei Holzsärgen einschließen, von denen zwei verbrannt werden sollten. "Sollte ich nicht überleben, so habe ich mich wenigstens für alle Zeiten ins Gedächtnis der Zuschauer eingebrannt." Schauspielerin Katja Flint musste sich für einen Sarg entscheiden, der nicht in Flammen aufgehen sollte - ohne zu wissen, in welchem Raven lag. Dabei half ihr der mentale Kontakt zu dem Raben des Magiers. Dass da um 20.15 Uhr auf ProSieben ein Zauberer - so schlecht er auch sein mag - bei lebendigem Leibe verbrennt, konnte sich keiner so richtig vorstellen und so ließ dieser "Trick" die Zuschauer ganz schön kalt. Ein Trick auf Sparflamme. Sogar sein eigener Vogel findet die Experimente seines "Herrchens" scheinbar beschissen und tut den ganzen Abend über nichts anderes als unbeeindruckt auf die Bühne zu kacken. Tiere sind so ehrlich.

Harry Potter und das Topmodel

Zwischendurch immer wieder Werbung. "Germany's next Topmodel" hier, "Germany's next Topmodel" da. Ach ja, am Donnerstag beginnt die neue Staffel auf ProSieben. Es hat geradezu etwas Hypnotisierendes, wie die Zuschauer mit dieser Botschaft traktiert werden. Dann kommt "Überflieger" Nicolai Friedrich, der zweite Finalist der Geller-Show. Für seinen Zaubertrick geht ihm Model Lena Gercke zur Hand. Ja genau, die Gewinnerin der ersten "Germany's next Topmodel"-Staffel! Überraschung. "Nicolai ist sehr mystisch", schwärmt Geller, "fast wie Harry Potter". Zusammen mit der - zumindest bei ProSieben als Topmodel firmierenden - Lena Gercke geht der "kreative Visionär" in die Luft und fliegt mit verbundenen Augen ein Flugzeug. Das Model weist ihm in Gedanken den Weg.

Verdammt, wo ist Uri, wenn man ihn braucht?

Alles schonmal da gewesene parapsychologische Kinkerlitzchen. Man wünscht sich, Uri würde einfach mal wieder einen Löffel verbiegen oder so etwas. Selbst das wäre jetzt spannender. Verdammt, wo ist der Geller, wenn man ihn braucht? Könnte er doch die Uhren verstellen, damit wir schnell zum Finale kommen. Endlich: Auftritt Farid. Der kann wenigstens geheimnisvoll gucken. Auf einem Parkplatz lässt der 26-jährige "HipHop-Magier" nicht nur einen Geldschein und einen Stoffhund schweben, sondern auch ein Auto in die Luft gehen. Das Parkplatzproblem deutscher Großstädte wird er damit wohl nicht lösen - dafür sorgt "Mr. Cool" für den ersten einigermaßen spannenden Moment des langen Geller-Abends.

Und dann wieder die Topmodels. Heidi Klum wird - mit schwebendem Löffel auf der Nase - ins Studio geschaltet und darf berichten, wie sehr sie sich schon auf - Sie ahnen es - die neuen Folgen von "Germany's next Topmodel" freut. Die beginnen am... Ach, das wissen Sie ja schon.

Hurra, es ist ein Geller!

Am Schluss stehen nur noch "Rabenvater" Vincent und "Mr. Cool" auf der Bühne. Beide dürfen noch einmal einen Live-Trick zeigen, bei dem der Rabe wieder sein Häufchen macht und Lena Gercke wieder die Werbetrommel rührt. Viel mehr gibt es nicht zu berichten. Das Ergebnis der Publikumsabstimmung ist dann doch etwas überraschend. Moderator Stefan Gödde hebt gerade an, dieses zu verkünden, da wird nochmal kurz ein Shampoo-Spot mit Barbara Meier eingeblendet - Gewinnerin der zweiten Staffel von "Germany's next Topmodel". Dann ist es so weit: Nicht der coole Farid, vor dem selbst Sido und Kevin Kuranyi Respekt haben, wird als Uri-Geller-Nachfolger gewählt, sondern der unheimliche Vogelmann heimst die 100.000 Euro Siegesprämie ein.

Zeit für Vincent Raven, sich mal dringend um das Magen-Darm-Problem seines tierischen Kumpanen zu kümmern, denn nächste Woche stehen sie bei "The next Uri Geller - Die besten Mentalisten der Welt" wieder gemeinsam auf der Bühne. Und eine zweite Geller-Staffel soll es - trotz der stark zurückgegangenen Quote - auch wieder geben, verrät Moderator Gödde zum Schluss der Live-Show. "Und am Donnerstag sehen Sie dann hier auf ProSieben 'Germany's next Topmodel'". Schreiben Sie sich das hinter die Löffel!


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